Schackert: Umgraben und neu machen

Eichenprozessionsspinner auf Dorfplatz: Lohner Einwohner denken an radikale Lösung

+
Der Dorfplatz in Lohne: idyllisch, aber nach Angaben von Einwohnern nicht ungefährlich. Denn besonders im Frühsommer sorgen die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners für Allergien.

Lohne. Der Lohner Dorfplatz ist eigentlich der perfekte Ort zum Spielen und Feiern. Imposante Eichen umgeben die Grünfläche, der Rasen ist trittfest. Und doch würden die Einwohner am liebsten alles umpflügen und neu anpflanzen.

Der Grund dafür steckt in den Bäumen – der Eichenprozessionsspinner.

„Es gibt in Lohne viele Leute, die sich damit beschäftigen“, bestätigt René Schackert. Der Lohner brachte das Thema am Montagabend während des Kleinauer Ortschaftsrates zur Sprache.

Bei einigen Teilnehmern von Festen auf dem Dorfplatz hätten sich in den vergangenen zwei Jahren gesundheitliche Probleme, insbesondere allergische Reaktionen, entwickelt, so Schackert. Die Brennhaare der Raupe des Eichenprozessionsspinners seien dafür ursächlich, ist er sich sicher. Daher müsse etwas mit dem Dorfplatz geschehen.

Im Ort selbst habe sich eine Initiative gegründet, berichtete Schackert. Deren Mitglieder seien bereit, beim möglichen Sanieren mit Hand anzulegen. Sollte hingegen nichts passieren bzw. kein Geld zur Verfügung stehen, dann seien Veranstaltungen dort „Geschichte“, wie Schackert betonte. Das dürfte besonders Treffen im Mai und Juni bedrohen, wenn die Brennhaare des Eichenprozessionsspinners am gefährlichsten sind.

Ein radikales Umgestalten des Dorfplatzes stieß im Kleinauer Ortschaftsrat allerdings auf Skepsis. „Vielleicht ist es einfacher, die Fläche abzusaugen“, merkte Ortsbürgermeister Hans-Georg Kempcke an. Durch Umgraben oder Umpflügen würden die Haare vielleicht erst recht aufgewirbelt. Außerdem bräuchte es eine Weile, bis neues Gras wieder trittfest ist.

Kempcke wies auf das chemische Bekämpfen des Eichenprozessionsspinners im vergangenen Jahr hin. Das Anliegen wurde dennoch in den Haushaltsentwurf mitaufgenommen.

Auch in diesem Jahr koordiniert der Altmarkkreis diese Maßnahme wieder mittels einer zentralen Ausschreibung. Neben den Kommunen können auch private Baumeigentümer ihren Bedarf an chemischer bzw. mechanischer Bekämpfung anmelden. Die Gemeinden mussten dies laut Information aus dem Kreisumweltausschuss bereits bis November 2016 tun. Bis März sollen die Verträge mit den Fachfirmen abgeschlossen sein.

Von Jens Heymann

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare