Anwohnerin wendet sich an den Kreis: nichts passiert

Illegale Mülldeponie mitten im Dorf: Lohne hat ein Abfall-Geheimnis

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Immer den Hang hinunter: In Lohne wird eine illegale Mülldeponie betrieben. Nicht nur, dass sich manche Einwohner und Fremde ihres Hausmülls und anderer Dinge entledigen, die Zufahrt zur Deponie wird planiert und mit einer Erdschicht versehen.

Lohne. Wer es zuvor nicht gesehen hat, der glaubt es nicht: Mitten in Lohne, an der verlängerten Straße Unter den Eichen, wird Müll an einem Abhang entsorgt, der in einen mit Grundwasser gespeisten Teich fällt.

Was sich dort an der Pottkuhle – so wurden einst zu DDR-Zeiten die geduldeten Müllkippen genannt – abspielt, das können Fachleute nur als Müllfrevel bezeichnen. Apropos Fachleute: Die waren von Ute Putzbach, die im Ort wohnt, schon im Mai informiert worden. „So etwas kann man gar nicht glauben“, so die Neu-Lohnerin. Doch das Kreisumweltamt sagte eine Prüfung zu. Passiert ist nichts. Nur soviel, dass weiter Müll entsorgt wird. Wie es gestern hieß, haben auch Einwohner anderer Orte diese Möglichkeit, kostengünstig Müll zu entsorgen, für sich entdeckt. Und so finden sich am Hang der Kippe Lebensmittel, Hausmüll, Reifen auf Felgen, sogar ein Hochsitz, Plaste und eine kleine Fuhre Äpfel. Die deuten an, dass die Vermutung aus dem Arendseer Rathaus, dass die Kippe einst betrieben und nun geschlossen ist, falsch ist. Denn die Äpfel hätten nicht jahrelang überlebt.

Spuren von großen Fahrzeugen führen an den Rand der Kippe. Es kann auch von einer Art Bewirtschaftung der Anlage gesprochen werden, denn die Zufahrt zum Hang werde immer wieder planiert, so die Lohnerin. In den vergangenen Monaten sei die Müllhalde um rund fünf Meter in das Waldgebiet hinein gewachsen.

Ortsbürgermeister Hans-Georg Kempcke zeigte sich gestern verwundert. „Diese Müllhalde gab es einmal, sie war vor Jahren mit einem Zaun abgesperrt worden“, erklärte er gegenüber der AZ. Dass der Zaun weg ist und wieder Müll verklappt werde, „das kann man nicht akzeptieren“. Noch gestern wollte sich der Bürgermeister die Sache ansehen. „Wir können das so nicht dulden“, machte er klar. Die AZ fragte auch beim Altmarkkreis nach. Bis Redaktionsschluss gab es keine Stellungnahme aus der Kreisverwaltung. Das Problem muss aber nach Aussagen der Lohnerin dort bekannt sein.

Von Harry Güssefeld

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