Fachleute haben begonnen, sechs Quadratmeter Rumpfblech im „Queen“-Heck auszuwechseln

Aus den Löchern läuft Wasser

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Gestern begann Frank Fatteroth von der Werft Tangermünde mit dem Schneidbrenner: Zunächst setzte er vier Löcher, aus denen Wasser entwich. Dann begann er, die sechs Quadratmeter Rumpfblech aus der „Queen“ zu schneiden.

Arendsee. Die Hoffnungen auf die Wiederbelebung der „Queen“ machen in Arendsee die Runde – doch so weit ist es noch nicht. Wenn auch seit gestern die Männer von der Tangermünder Werft wieder in Aktion sind. Vor Weihnachten waren sie bereits da, um die „Queen“ anzuheben.

Seit gestern sind die Männer wieder vor Ort. Und haben Größeres vor. Es gilt, rund sechs Quadratmeter des Rumpfes im Bereich des Hecks auszutauschen. 

Die AZ war gestern vor Ort, als erstmals der Schneidbrenner angesetzt wurde. Frank Fatteroth führte das Spezialwerkzeug, assistiertvon Christoph Stiller. Zunächst wurden vier Löcher gesetzt – daraus strömte Wasser. „Nichts Schlimmes“, sagte der Werftmitarbeiter dem erstaunten Redakteur. „So viel ist es ja nicht“, schob der Mann nach. Ok. Warum nur sechs Quadratmeter ausgewechselt werden sollen?, wollte die AZ wissen. Doch die Männer machen das, was ihnen vorgegeben wurde. Also nicht das ganze Heck, sondern die akuten Stellen. Ziel ist es, die „Queen“ wieder durch den TÜV zu bekommen. Die Stadt muss es bezahlen. Die alte Königliche muss repariert werden, eine Alternative – ein neues Schiff – gibt es nicht.

Die Wintermonate werden allein für den Rumpf verwendet. Und für den Austausch des Generatormotors, der immer wieder ausfiel. Inzwischen wurde bekannt, dass die „Queen“-Kapitäne auf die Gefahren aufmerksam gemacht hatten, die durch den ständigen Ausfall des Generatormotors drohten. „Wir müssen das wechseln, und es geht besser, wenn der Rumpf offen ist, in dem Fall am Bug“, so Bürgermeister Norman Klebe.

Wenn der Rumpf und das Aggregat wieder in Takt sind, soll der TÜV kommen. Wenn dieser „Ja“ sagt, kommt das Schiff wieder ins Wasser und wird seine Runden drehen –bis zum Herbst. Dann soll die „Queen“ früher raus. Denn: Es geht dann um den Innenbereich, um den großen Passagierraum unten, um die Toiletten, um die Küche – und das Entertainment, die Technik. „Seit 1991 ist nichts verändert worden. Es sieht ganz schön muffig aus. Wir wollen mehr Farbe, neue Möbel“, blickte Norman Klebe voraus.

Die Königliche muss saniert werden. Sie fährt viel Geld ein, das die Luftkurort-Arendsee- GmbH dringend braucht. Die „Queen“ wurde am 3. Oktober 1991 in Dienst gestellt. An eine Außerdienststellung denkt in Arendsee niemand.

Von Harry Güssefeld

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