Stadt Arendsee will Immobilie in Schrampe verkaufen / Kein Bedarf mehr

„Lieber Restaurant als kaltes Gemeinschaftshaus“

Das 1920 gebaute Haus in Schrampe wurde einst als Schulgebäude genutzt. Nach der Wende wurde es saniert und als Dorfgemeinschaftshaus übergeben. Doch der Bedarf ist nicht da. Seit Jahren soll das Haus inklusive zweier Wohnungen verkauft werden.
+
Das 1920 gebaute Haus in Schrampe wurde einst als Schulgebäude genutzt. Nach der Wende wurde es saniert und als Dorfgemeinschaftshaus übergeben. Doch der Bedarf ist nicht da. Seit Jahren soll das Haus inklusive zweier Wohnungen verkauft werden.

Arendsee. Während die Ortsteile der Einheitsgemeinde Stadt Arendsee nach Lösungen suchen, ihre Dorfgemeinschaftshäuser zu halten, indem sie Kosten sparen wollen, hat sich der Ortsteil Schrampe längst dazu verständigt, das Haus zu verkaufen.

Im Internet wird die Immobilie inzwischen angeboten, als Anbieter der stadteigenen Immobilie wird die Sparkasse benannt. Die AZ fragte gestern nach. „Ja, es stimmt, wir haben uns eines Maklers bedient“, so Kämmerin Sigrid Lüdecke. Grund dafür sei die Tatsache, dass bislang niemand das Haus haben wollte. „Wir denken, dass ein Makler mehr Möglichkeiten hat, das Haus an den Mann oder die Frau zu bringen“, erklärte sie gegenüber der der Altmark-Zeitung.

Der damalige selbstständige Gemeinderat hatte den Gemeinschaftsraum in dem Wohnhaus mit zwei Wohnungen für seine Sitzungen genutzt. Auch Feiern fanden darin statt, die Feuerwehr nutzte die Räume für ihre Veranstaltungen. Doch ausgelastet, gut besucht, war das Haus nie. Immer mehr einstige Nutzer zogen in die Gaststätten des Ortsteiles Zießau, der einst zur Gemeinde Schrampe gehörte. „Wir gehen lieber woanders hin, als zwei Tage vorher die Räume heizen zu müssen“, so Schrampes Ortsbürgermeister Arno Ungefroren gegenüber der AZ.

„Es war keine Idee der Einheitsgemeinde, das Haus zu verkaufen“, so die Kämmerin. Schrampe hatte sich bereits vor acht Jahren entschieden, die Immobilie zu veräußern. Weitere Dorfgemeinschaftshäuser aus den Ortsteilen sind nicht im Angebot, so Lüdecke. Die Ortschaftsräte werden sich aber zukünftig die Frage stellen müssen, wie sie die Immobilien halten wollen. Sollte das Vorhaben, für mehrere Ortsteile nur noch ein Haus zu nutzen (wir berichteten), umgesetzt werden, stehen möglicherweise bald weitere Häuser zum Verkauf. Das Problem. so wurde es während einer Ratssitzung in Kaulitz deutlich, ist die Frage, wer auf sein Haus verzichtet. Doch letztlich, davon gehen auch die Ortsbürgermeister aus, werden die Kosten entscheiden. Die Häuser bestehenden Vereinen zu übergeben, scheitere immer wieder auch an den Kosten, die nicht gestemmt werden können.

Von Harry Güssefeld

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare