Stadtrat Jens Reichardt strebt ein Energiekonzept für Arendsee an

„Lasst uns einfach etwas Neues wagen“

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Arendsee aus der Vogelperspektive. In der Stadt könnten kleinere Energieerzeugeranlagen geschaffen werden, die einzelne Quartiere versorgen. Stadtrat Jens Reichardt möchte diese Idee anschieben. 

Arendsee. Das Wort Geothermie ist immer wieder Bestandteil von Diskussionen. Stadtrat Jens Reichardt ist sich sicher: Es sollte nicht zu hoch gegriffen werden. Investoren, die Millionen aufbringen wollen, sind derzeit nicht in Sicht.

Trotzdem will der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses das Thema Energie nicht aus den Augen verlieren.

Ihm schwebt vor, nach dem Prinzip Schritt für Schritt vorzugehen und klein anzufangen. Seine Ideen erläuterte er gestern im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. So könnte beispielsweise im Bereich des alten Heizhauses an der Schulsporthalle eine zentrale Lösung mit Blick auf Energiegewinnung mit möglichst guter Umweltbilanz entstehen. „Lasst uns einfach etwas Neues wagen“, sieht der Sanner viel Potenzial. Denn der Altmarkkreis habe vor, die Heizungsanlagen von Sporthalle und Sekundarschule zu erneuern. Zudem befinden sich in der Nähe Kindertagesstätte „Seeperle“, Grundschule „Auf Zack“, Töbelmannhalle, evangelisches Gemeindezentrum und das Rathaus. Sie alle könnten von einer zentralen Heizlösung profitieren. „Der Altmarkkreis ist nicht immer gegen Arendsee. Wir müssen ihm Angebote machen“, schwebt Jens Reichardt vor, möglichen Interessenten diese Variante schmackhaft zu machen. Damit ließen sich auch Investoren locken.

Kleinere Energieerzeuger kann sich Jens Reichardt an mehreren Orten der Stadt vorstellen, die dann festgelegte Quartiere umweltfreundlich versorgen. So zum Beispiel der Tourimusbereich zwischen Lindenpark und Integrationsdorf. Sollte es zum Fördern der Thermalsole kommen, kann diese Energiequelle mit dann vorhandenen Netzen verknüpft werden.

Als erster Schritt sollen nötige Daten gesammelt werden, um in ein Förderprorgramm zu kommen. Wenn alles nach Wunsch läuft, ließe sich über dieses auch im Rathaus die Stelle eines Energiemanagers finanzieren. Seine Aufgabe wäre es, in der Bevölkerung zu werben, Projekte umzusetzen und Investoren zu finden. Denn auch Besitzer von Wohngebäuden könnten von den kleineren Energieanlagen profitieren. Arendsee könnte sich damit stückweise unabhängig machen und ein Vorbild für andere Kommunen werden. Auch die Ortsteile sollen nicht vergessen werden. Eine weitere Möglichkeit auf diesem Weg ist das Aufstellen von Solar-Straßenlampen, die selbst Energie erzeugen. Ein Exemplar wird derzeit auf der Festwiese „Bleiche“ getestet.

Für Jens Reichardt ist es auch eine Art Verpflichtung, Möglichkeiten im Sektor Energie zu nutzen. „Wir haben schon etliche Gutachten und Konzepte, die genutzt werden können. Die haben Geld gekostet. Ich finde es als Steuerzahler nicht richtig, wenn diese Papiere in der Schublade liegen“, argumentiert der Kommunalpolitiker.

Von Christian Ziems

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