Ministerpräsident kündigt nach einer altmärkischen Gesprächsrunde Werbeoffensive an

Landwirtschaft hat Image-Problem

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Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff (vorne Mitte) diskutierte mit Vertretern der Landwirtschaft sowie Produktionsbetrieben und Kommunalpolitikern über Imagefragen.

Kassuhn. Streit um Tierhaltung, Ärger beim Einsatz von chemischen Mitteln und Preisentwicklungen: Landwirtschaft ist immer wieder mit negativen Nachrichten in den Schlagzeilen.

Solche „Todschlag-Faktoren“ sollen künftig mehr wissenschaftlichen Fakten weichen, fordert Bernd Hartstock, dass das Image einer ganzen Branche besser werden muss. Der Landwirt hatte gestern auf seinem Hof im kleinen Dorf Kassuhn (Arendsee) hohen politischen Besuch. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haselhoff kam zur Gesprächsrunde, um das Thema ressortübergreifend anzupacken.

Er kündigte gestern im Gespräch mit der AZ eine Imagekampagne für die Landwirtschaft an. Dabei gehe es auch darum, Akzeptanz für die konventionell arbeitenden Betriebe in der Bevölkerung zu erhöhen. Der Ministerpräsident betonte, dass ohne diese die Ernährung nicht gewährleistet werden könne. „Die Standards sind sehr hoch“, lobte Reiner Haseloff die Entwicklung und betonte: Ein heutiges modernes Unternehmen sei kaum noch mit Betrieben vergangener Jahrzehnte zu vergleichen. Die hohe Technisierung soll als Teil der Werbestrategie eingesetzt werden.

Während des Gespräches, bei dem Vertreter verschiedener Branchen der Landwirtschaft dabei waren, ging es auch um Nachwuchs. Es gibt verstärkt Probleme, Betriebe an Jüngere zu übergeben und Lehrstellen zu besetzen. „Wir wollen junge Menschen davon überzeugen, dass die Arbeit in der modernen Landwirtschaft eine Zukunft hat“, erklärte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident und verwies darüber hinaus auf eine geplante Konferenz, mit dem Ziel den ländlichen Raum zu entwickeln. Es gilt Lösungen umzusetzen, um Abwanderungen aus ländlichen Regionen zu vermeiden. „Das ist gerade für die Altmark, eine der dünn besiedelten Regionen Europas existenziell“, so Dr. Reiner Haseloff gestern Mittag abschließend. Von Kassuhn aus ging es zu einer weiteren Gesprächsrunde mit Landwirten in Wöpel.

Der altmärkische Landtagsabgeordnete Carsten Borchert hatte die Treffen initiiert. Er löste damit ein Versprechen ein und will sich ebenfalls für ein besseres Image in der Landwirtschaft einsetzen. Dafür sollen die Betriebe ihre Türen öffnen und offen zeigen, was sie machen.

Von Christian Ziems

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