Bauarbeiter und Bauamt staunen über Anlage unter der Bahnhofstraße

In den Lageplänen gibt es keinen Graben

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Der freigelegte Teil des Grabensystems unterhalb der Bahnhofstraße. Auch der Schlauchturm des Gerätehauses soll auf dem Graben stehen. Heute wird darüber diskutiert.

Arendsee. Der Graben, der sich bei den Bauarbeiten an der Bahnhofstraße zeigte, wirft Fragen auf. Erst heute soll ab 9 Uhr über das weitere Vorgehen debattiert werden. Fakt ist, dass der Graben in den Unterlagen so nicht dokumentiert war.

Um so erstaunter waren die Bauarbeiter deshalb, als sie das Bauwerk teilweise freilegten. Es handelt sich, so einige ältere Arendseer gegenüber der AZ, um einen alten Entwässerungsgraben, der sich beginnend am Klosterteich einst durch ganz Arendsee schlängelte und teilweise offen, teilweise geschlossen durch die Stadt führte. Der Grabenabschnitt, der sich den Bauleuten und Passanten darstellt, ist in zwei Epochen gestaltet worden, sagt ein Vertreter des Bauunternehmens gestern. Zum einen ist die Sohle und der Seitenbereich mit Feldsteinen befestigt worden – zum anderen ist das Gewölbe später mit Ziegelsteinen gemauert worden. Großes Staunen herrschte gestern, weil das Gewölbe nur wenige Zentimeter unter der Tragschicht der Straße endet und jahrzehntelang Lkw bis zu 40 Tonnen darüber rollten.

Wohin der Graben in östlicher Richtung weitergeht, konnte gestern noch nicht ermittelt werden. „Für uns endet er unterhalb der Paketstation auf der anderen Straßenseite“, so Bauamtsleiter Gert Reckling auf Nachfrage der AZ. Klar sei aber, dass unter anderem der Schlauchturm des Gerätehauses auf dem Graben steht, ob mit Gewölbe oder nicht, das war gestern nicht zu erfahren.

Während der heutigen Gespräche wird auch der Wasserverband mit einbezogen. Geklärt werden sollte, so hieß es, ob noch Wasser von Grundstücken in das Grabensystem läuft. „Wir müssen über alles reden, auch über den Fall, dass möglicherweise Wasser von Grundstücken nicht in die Kanalisation läuft“, hieß es aus dem Bauamt. Fachleute haben den Grabenabschnitt untersucht und dokumentiert. Verwundert zeigten sich viele Passanten gestern über die Baukunst längst vergangener Zeit. Heute, so heißt es, würde keine Straße mehr über solch ein Gewölbe führen.

Von Harry Güssefeld

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