Studentin Lisa Johnecke stellte Kalkulation vor / Auch Kinder sollen zahlen

Urlaub am Arendsee: Kurtaxe nun ab April

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Stellte im Wirtschaftsausschuss die Kalkulation für die Kurtaxberechnung vor: Lisa Johnecke bekam dafür viel Lob von Stadträten und Besuchern.

Arendsee. Die bisherige Kurtaxsatzung war angreifbar. Deshalb, weil sie vor dem Gericht nicht standhielt. Der Grund: Es fehlte eine Kalkulation. Und genau um diese ging es am Montagabend im Wirtschaftsausschuss.

Lisa Johnecke, Studentin im dritten Semester, hatte bereits ein Praktikum bei der Arendsee-GmbH absolviert und widmete sich nun intensiv der Kurtaxe. 

Das Ergebnis verblüfft zunächst: Lisa kam auf einen Betrag von 1,13 Euro. Bislang wurde ein Euro kassiert, pro Übernachtung und Erwachsenem. Ob es so bleibt, wird sich zeigen, wenn einige Veränderungen, die am Montag festgelegt wurden, eingearbeitet sind. Problematisch sind die Kosten, die in der Summe zu kurtaxfähigen Nettokosten führen und später durch die Übernachtungszahlen dividiert werden. 

Beispiel: Strandbadkosten. Und wie viele dieser Kosten werden durch Arendseer Badegäste verursacht? Diese sind zu negieren. Lisa brachte 30 Prozent in Ansatz. Doch die Ausschussmitglieder wollen diese Zahl senken, ihrer Ansicht nach sind nur bis zu zehn Prozent Arendseer im Bad, die anderen gehen an die Stellen, an denen nicht bezahlt werden muss. So hieß es.

Egal, wie sich der neue Kurtaxbetrag darstellt: Es gibt entscheidende Veränderungen. So wird die Kurtaxe nicht mehr vom 1. Mai, sondern vom 1. April bis 31. Oktober erhoben. Besucher bis sechs Jahre sind befreit, zwischen sieben und 16 Jahren wird der ermäßigte Beitrag kassiert – also 50 Prozent. Das hat Auswirkungen unter anderem auf die Besucher des Kindererholungszentrums. Bislang waren Kinder bis 16 Jahre von der Zahlung freigestellt. Schwerbehinderte mit einem Behinderungsgrad über 80 Prozent sind befreit, mit bis zu 50 Prozent Behinderung zahlen die Hälfte. 

Mit diesen Veränderungen und der Kalkulation wird sich der Stadtrat noch im November befassen müssen und dann entscheiden, um die neue Kurtaxe ab April kassieren zu können. Und das nur allein für den Ort Arendsee. Die Hoffnung der Fachleute in Arendsee, die Kurtaxsatzung auch auf die Orte Schrampe, Zießau und Ziemendorf ausweiten zu können, erfüllt sich nicht. Die klimatischen Untersuchungen beschreiben allein die Situation im Ort Arendsee, hatte Lisa Johnecke dazu in Erfahrung gebracht.

Kurzzeitig war auch daran gedacht worden, die Kurtaxe das ganze Jahr zu kassieren. Doch das lasse die Situation in Arendsee nicht zu, so Bürgermeister Norman Klebe. Nun ist der Stadtrat gefragt. Sollten sich die Kosten der Kalkulation noch erhöhen, dürfte die Kurtaxe höher ausfallen. Übrigens: Aufgerundet werden darf nicht.

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