Teilnahme an bundesweiten Projekt: Kleiner Ort Neulingen möchte Groß herauskommen

Mit Kunst Menschen bewegen

Viele Freiwillige beteiligten sich im Juni 2006 an dem Kunstobjekt Lotusblüte, das in den See gehoben wurde.
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Viele Freiwillige beteiligten sich im Juni 2006 an dem Kunstobjekt Lotusblüte, das in den See gehoben wurde. Neulingen möchte 2013 mit Kunst für Aufmerksamkeit sorgen.

Neulingen. Mit Individualität Aufmerksamkeit erregen – der Arendseer Ortsteil Neulingen bewirbt sich für ein ehrgeiziges Projekt. „Kunst fürs Dorf – Dörfer für Kunst“ – heißt eine Idee der Deutschen Stiftung Kulturlandschaft.

Drei Orte mit bis zu 3000 Einwohnern im ländlichen Raum werden bundesweit ausgewählt. Dort kann dann 2013 für sechs Monate je ein Künstler oder eine Künstlerin leben. Die Dorfbewohner auf Zeit sollen in die Gemeinschaft integriert werden und ein Kunstwerk schaffen, das dann auch vor Ort bleibt.

Das Neulinger Ehepaar Sabine und Johan-Albrecht Müller engagiert sich für eine Bewerbung des Dorfes. Es stellte das Projekt während der Ortschaftsratssitzung am Dienstagabend vor und überzeugte die Kommunalpolitiker. Sollte sich Neulingen mit seiner Bewerbung durchsetzten, könnte das eine große Aufmerksamkeit nach sich ziehen. Denn die halbjährige Stippvisite der Künstler wird von ARTE filmisch begleitet.

Das Dorf mit seinen 71 Einwohnern möchte durch Zusammenhalt punkten. So engagieren sich viele Ehrenamtliche im Verein „De Dörpstroat“, der sich für Traditionen einsetzt und unter anderem das alljährliche Kartoffelfest – zu dem hunderte Besucher kommen – organisiert. All dies soll im Bewerbungsbogen stehen. Bereits im November wird eine Jury entscheiden, ob Neulingen dabei ist. Sabine und Johan-Albrecht Müller hoffen, dass es klappt. Sie stellen für die Aktion Wohnung und Atelier zur Verfügung, sodass dem Ortsteil sowie der Einheitsgemeinde keinerlei Kosten entstehen.

Dass Kunst im ländlichen Raum Menschen begeistern kann, wurde 2006 in Arendsee deutlich. Im Rahmen des „EuroLandArt“-Festivals entstand aus Kiefernhölzern eine Lotusblüte, die dann von Einwohnern gemeinsam in den See gehoben wurde. Das Spektakel lockte damals viele Zuschauer an, die darüber diskutierten.

Von Christian Ziems

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