Arendsee solle sich in Sachen Schweinezucht Binde nicht so biestig verhalten

Kreis-Rüffel für Kritiker

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Die Schweinezuchtanlage: Was liefen dort für Arbeiten (kleines Foto)? Die Bürgerinitiative Binde fragte beim Kreis nach. Doch die BI-Vertreterin fühlt sich belogen. Die Stadt Arendsee ist gegen eine technische Ertüchtigung der Anlagen.

Binde / Arendsee. Was passiert aktuell in der Schweinezuchtanlage in Binde? Was hat es mit den Kränen auf sich, die dort drei Wochen lang standen? Für Petra Hennigs, Sprecherin der Bürgerinitiative (BI) Binde und CDU-Stadträtin, sind die Aussagen dazu aus der Kreisverwaltung nicht ausreichend.

„Man hat uns erklärt, dass die Abdeckung einer Anlage erneuert wird, die zur Biogasanlage gehört, dazu ist keine Genehmigung erforderlich“, erfuhr Petra Hennigs aus der Kreisverwaltung. Auf die Nachfrage aus Binde, ob es sich doch um die Bauarbeiten handelt, die vom Betreiber beantragt wurden, und für die der Kreis bei der Stadt um das Einvernehmen ersucht hatte – Stillschweigen. Hintergrund: Die Stadt hatte das Einvernehmen am 29. Mai während der Stadtratssitzung in Leppin versagt. Mit elf Stimmen, zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung. „Also eine klare Sache“, so Petra Hennigs. Und dass ein Kran drei Wochen zu tun habe, um eine Abdeckung zu wechseln, das glaube Petra Hennigs nicht. „Ich fühle mich wieder einmal belogen“, sagte sie der AZ.

Untermauert wird diese Annahme durch die Aussage einer Mitarbeiterin aus dem Bauordnungsamt. Verena Herms hatte nach Angaben der BI-Vertreterin ihr gegenüber erklärt, dass „Arendsee sich nicht so biestig anstellen solle, man wolle sich mit dem Betreiber einvernehmlich einigen“, sagte Petra Hennigs gestern der AZ. Somit gehe die Stadträtin davon aus, dass die Bemühungen der Stadt Arendsee, der Betreibergesellschaft einen Riegel vorzuschieben, unterwandert werden. „Wir müssen erkennen, dass der Kreis mit den Betreibern eher zusammenarbeitet, als der Stadt Arendsee und vor allem der Ortschaft Binde unter die Arme zu greifen“, hieß es gestern Morgen seitens der Schweinezuchtgegner.

Die Biogasanlage und deren Existenz und Betrieb ist Sache des Altmarkkreises. „Ok, aber der Kreis müsste auch wissen, dass Arendsee aktuell einen Prozess gegen die Errichtung und nachträgliche Genehmigung von Schwarzbauten auf dem Gelände führt“, erinnert die Kommunalpolitikerin. Das Verfahren laufe, doch man „sei guter Dinge, das Verfahren zu gewinnen“ (wir berichteten).

Unterdessen stinkt es den Bindern enorm. Es ist vor allem in den Nacht- und Morgenstunden kaum auszuhalten, erklärte Petra Hennigs. „So zwischen drei und sechs kann man kein Fenster aufmachen“, heißt es. Und Zeugen hätten ihr gegenüber erklärt, dass die Öffnungen der Ställe oft weit geöffnet seien. Somit kann der Gestank entweichen, ohne die Filter zu passieren.

Auch wenn Arendsee gegen die Ertüchtigung der Biogasanlage gestimmt hat – der Kreis kann in Ersatzvornahme gehen. Auch ohne Kreis wollen sich Arendsee und die BI weiter wehren, machte Petra Hennigs deutlich.

Von Harry Güssefeld

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