Selbst das Befestigen des Ufers ist nicht so einfach erlaubt / Plan gefordert

Kreis kritisiert illegale Bautätigkeiten am Arendsee

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Der Uferbereich des Arendsees gilt als besonders geschützt. Seitens des Altmarkkreises wird immer wieder drauf hingewiesen, dass nicht alle Bauanlagen zulässig seien.

Arendsee. Der Konflikt um die Frage, was auf den Seeparzellen erlaubt ist und was nicht, geht weiter. Im aktuellen und öffentlichen Verwaltungsbericht des Altmarkkreises heißt es, dass Mitarbeiter immer wieder ungenehmigte Aktivitäten entdecken.

Dabei geht es unter anderem um das Befestigen des Ufers. Dies ist ohne Okay des Kreises nicht erlaubt, auch wenn Grundstücke weg zu bröckeln drohen. „Die Ufergrundstücke befinden sich im bauplanungsrechtlichen Außenbereich. Aus diesem Grund sind sämtliche Bauvorhaben unzulässig“, heißt es im Bericht der unteren Wasserbehörde. Damit ist alles gemeint, was künstlich mit dem Erdboden verbunden wurde. Lauben, Wege, Plätze, Steg- und Slipanlagen, Treppen sowie Zäune gehören unter anderem dazu.

Darüber hinaus darf nicht einfach etwas gepflanzt werden, was vielleicht schön aussieht. Nur heimische Sorten sollen in die Erde. Grundsätzlich gilt es den Bereich naturnah zu belassen, heißt es vom Kreis. Eine Ausnahme bilden einige kleinere Bauobjekte, die unter Bestandsschutz stehen. Grundsätzlich gelte aber: Wer nicht genehmigte Anlagen hat, muss diese abreißen beziehungsweise Pflanzen entfernen.

Um rechtlich mehr Sicherheit zu haben, wird ein Bebauungsplan empfohlen. Dieser sei laut dem zuständigen Amt das einzige „geeignete Instrument, um geordnete Verhältnisse zu schaffen“. Mit dem Plan könnten Außenbereiche zum bebaubaren Bereich erklärt werden. Mit klaren Regeln, welche Ausmaße Gebäude haben dürfen, ließen sich Grenzen schaffen. Die Kreisverwaltung unterstreicht, dass die „blaue Perle“ ein Allgemeingut ist. „Damit bedarf es den Bemühungen eines Jeden, den Arendsee in seiner Gesamtheit als Lebensgrundlage für die Tiere und Pflanzen zu schützen und damit gleichzeitig als attraktives Umfeld mit einer hohen Erlebnisqualität für Bürger und Touristen zu bewahren“, heißt es im Bericht abschließend.

Einen Schwerpunkt bilden die Steganlagen, die regelmäßig kontrolliert werden. Ziel der beteiligten Behörden sei es aber, die Anzahl mittelfristig zu verringern. Dies bedeutet wohl: Einige Konstruktionen müssen irgendwann zurückgebaut werden.

Von Christian Ziems

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