Positives Fazit nach einem Jahr

Konzept der Ganztags-Gemeinschaftsschule geht in Arendsee offenbar auf

Der Schulhof der Arendseer Fontane-Schule
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Die meisten Schüler der Arendseer Fontane-Schule haben das erweiterte Lernangebot durch das Ganztags-Gemeinschaftskonzept gut angenommen. Dieser Weg soll daher weiter beschritten werden.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Fontane-Schulleiter Thomas Schlicke hat nach dem ersten Jahr Ganztags-Gemeinschaftsschule ein zufriedenes Fazit gezogen.

Arendsee – 28 Kurse hat es begleitend zum herkömmlichen Unterricht gegeben, ein Großteil davon im wöchentlichen Rhythmus. Die Schüler in Arendsee lernten also nicht nur Sprachen und Naturwissenschaften, sondern beispielsweise auch das Segeln, den Umgang mit Kameratechnik, die Grundkenntnisse der Feuerwehr und der Ersten Hilfe. Nur zwei, drei Angebote seien weggefallen, dafür 95 Prozent der Partner, die für das Ausrichten der Angebote benötigt werden, erhalten geblieben.

In diesem Schuljahr soll es einige neue Inhalte geben. Thomas Schlicke nennt einen Imker-, einen Yoga- sowie einen wöchentlichen Feuerwehrkurs. Darüber hinaus ist ein Sitzrondell entstanden; die Schule verfügt über eine Voliere und ab dem nächsten Jahr auch über ein Gewächshaus.

Von 232 Schülern beteiligen sich 221 an den freiwilligen Angeboten, zählt der Schulleiter auf. Manche auch mehrfach, sodass es insgesamt 323 Kursteilnehmer gibt. Ziel sei es ohnehin, dass jeder Schüler mindestens ein Angebot wahrnimmt.

Mittlerweile wird in Arendsee auch ganz offen über einen Nebeneffekt des Prinzips der Ganztags-Gemeinschaftsschule gesprochen. Nämlich dass mit den zusätzlichen Kursen ein Teil der Unterrichtszeit abgedeckt werden kann. Die Versorgung in der Fontane-Schule betrage gerade einmal 79 Prozent, sagt Thomas Schlicke – „mehr als wenig“. Angestrebt werden eigentlich 103 Prozent.

Die Perspektiven für eine klassische Landschule wie die in Arendsee scheinen da nicht gerade rosig zu sein. Von 17 Lehrkräften hören in zwei Jahren vier auf, blickt der Direktor voraus. Er erwarte vom Land eine Lösung, wie mehr Lehrkräfte in die Fläche zu bekommen sind.

Der Weg über Quereinsteiger habe sich laut Thomas Schlicke als schwierig herausgestellt. Das liege allerdings nicht an den Interessenten selbst – von denen habe es in Arendsee immer wieder welche gegeben – sondern an den bürokratischen Hürden. So seien drei Bewerber durchs Einstellungsraster gefallen, weil ihnen kein Fach zugeordnet werden konnte, zumindest nicht in Sachsen-Anhalt. Thomas Schlicke freut sich wenigstens über einen neuen Bundesfreiwilligendienstleistenden.

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