„Können nicht überall sein“

Ordnungsamt will mit Knöllchen am Arendsee regulieren

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Im Bereich des Schramper Ecks gibt es einen Seeweg, der einst nur von Mitgliedern des Regattavereins genutzt werden durfte. Das steht aber nirgendwo. Inzwischen wird das Schild ignoriert – und jeder kann mit seinem fahrbaren Untersatz bis ans Seeufer fahren.

Arendsee. Es gab schon einmal Zeiten, da hatten Stadträte die Idee, den Seeweg auch für Radfahrer zu sperren. Gut, meinen die vielen Radler, dass das nicht passiert ist.

Sie hätten sich sicherlich auch darüber hinweggesetzt wie die vielen Auto- und Zweiradfahrer, die sich inzwischen das Recht herausnehmen, den Seeweg zu nutzen. Auch begünstigt durch die Entscheidung der Stadt, das Laub nicht mehr abzufahren. Nun ist die Kontrolle, wenn sie dann erfolgen würde, nutzlos. Denn immer wieder könnten Parzellenbesitzer erklären, sie sind gerade dabei, Gras und Grünschnitt zu entsorgen.

Nun mag das für Autofahrer gelten, die angetroffen werden. Aber sicherlich nicht für Mopedfahrer, die die neue Piste zwischen Altenheim und Seeweg unterhalb der alten Schnapsbrennerei für sich entdeckt haben. Ungeniert drehen sie dort ihre Runden. Der Seeweg war erst mit Hilfe des Landkreises in diesem Bereich saniert worden (wir berichteten). Und wie sieht es im Bereich des Schramper Ecks aus? Dort steht, auf Höhe der ehemaligen Gaststätte, ein „Durchfahrtsverbot“ für alle. Am Seeweg selbst gab es einst eine Kette. Die konnten die Anlieger des Regattavereins entfernen, um an den See zu gelangen. Die Kette ist verschwunden. Es fehlt ein Hinweisschild, dass Regattavereinsmitglieder passieren dürfen. Denn andere Autofahrer wundern sich, warum andere fahren und sie nicht dürfen. Längst ist auch die Sperre (Poller) direkt am Seeweg zwischen Regattaverein und Wanderrast verschwunden.

Ordnungsamtsleiterin Anja Schrader wehrt sich aber gegen die Meinung, dass am See jeder machen könne, was er will. „Wer nicht erwischt wird, hat Glück gehabt“, sagte sie gestern der AZ. Immer wieder sind sie und ihre Mitarbeiterinnen auf dem Seeweg präsent. „Die Einsprüche gegen die Knöllchen sind kleine Geschichten, die teilweise erfunden werden“, verrät sie. Die Einsicht nach dem Erwischtwerden ist klein. Für den fließenden Verkehr, so auch die Mopeds, wird die Polizei gebraucht.

Von Harry Güssefeld

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