Ohne Wasser geht es nicht

Knut Hellner kam vor vielen Jahren nach Gestien und schuf ein Fischparadies

Knut Hellner füttert seine Fische.
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Knut Hellner füttert seine Fische. Als er einst nach Gestien kam, merkte er schnell, dass ihm das Wasser fehlt.
  • Jens Heymann
    vonJens Heymann
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Schon morgens gegen 5 Uhr steht Knut Hellner auf, um Ausschau nach Graureihern zu halten, die sich gerne mal seinen Teichen nähern, sagt er. Die Vögel stechen seine Fische an, so der Rentner aus Gestien. Eine Schutzvorrichtung hat er nicht – weil er öfters in den Teichen arbeiten müsse.

Gestien – Hellner ist 76 Jahre alt und war nach eigener Aussage noch nie im Urlaub. Sein persönliches Paradies hat er sich auf dem eigenen Grundstück geschaffen. 15 Teiche und Pflanzbecken befinden sich auf dem Grundstück. Vorne an der Straße habe das Ganze mal als „Spielerei“ angefangen, sagt der Rentner. Hinten im Garten, das werde es erst richtig ernst.

Aus einem Eimer wirft er Fischfutter in einen der Teiche. Kois und Goldfische stürzen sich auf das Fressen; Knut Hellner wartet auch einen besonderen Fisch. Denn sein ältester Koi ist 33 Jahre alt, ein großer Brocken, der mit der Gelassenheit eines langen Lebens durchs Wasser gleitet. Den habe er 1988 als Fünf-Zentimeter-Fisch bekommen, erinnert sich Knut Hellner. Kois seien damals Mangelware gewesen. Kurios: Das Exemplar kann rein biologisch gesehen nochmal knappe 30 Jahre leben – wenn die Reiher ihn denn lassen.

Das Grundstück bietet noch mehr. So wächst dort Geflecktes Knabenkraut, eine Orchideenart. Wo die dort hinkamen, wisse Knut Hellner gar nicht mehr so genau. Vor 20 Jahren habe alles mit einer Pflanze angefangen.

Wer so einen Garten hat, der will ihn auch der Öffentlichkeit zeigen. Das ist in Gestien nicht anders. Der Senior macht bei den „privaten offenen Gärten“ mit. Der erste Termin im Mai sei aufgrund von Corona ausgefallen; derzeit wisse er noch nicht, wie es damit weitergeht.

Sicher ist er aber mit der besten Jahreszeit, um sich die Teiche anzuschauen: Juni und Juli. Da blühen die Seerosen, sagt Knut Hellner.

Der 76-Jährige stammt aus Kalbe. Als Kind habe er an der Milde gewohnt. Wasser sei für ihn wichtig. Als er vor 45 Jahren nach Gestien kam, sei alles trocken gewesen – dann folgte der erste Teich.

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