Johanniskirch-Turm komplettiert / Kinderbilder in der Kartusche

Knopf und Kreuz strahlen

Der spannende Moment: Nachdem der Knopf aufgesetzt ist, werden die beiden gefüllten Kartuschen darin plaziert. Mit dabei sind Vorarbeiter Karsten Nacke (v.l.), Meister Steffen Bensch, Bauleiter Dietmar Fessel und Sören Schulz. Fotos (3): Güssefeld

Arendsee. Die Johanniskirche hat wieder einen Knopf und ein Kreuz. Gestern Nachmittag wurde beides wieder aufgesetzt. Zuvor hatte es eine Andacht vor rund 50 Zuhörern gegeben.

Gemeindepädagogin Ruth Pielgrzymowski erinerte daran, welche Bedeutung die Johanniskirche neben der Klosterkirche für die Arendseer habe. Und: „Eine Kirche muss leben, durch die Menschen“, hatte sie erklärt. Ein Gotteshaus dürfe kein Museum sein, es müssen Menschen ein und aus gehen, um dem Bauwerk eine Ausstrahlung zu geben. Mit der Sanierung des Turmes sei ein wichtiger Schritt gemacht – am 27. März waren Knopf und Kreuz abgenommen und danach restauriert worden.

Mit aufs Dach durften neben Offiziellen auch die Kinder Alfred Schünke und Stella Hagemann. Sie wurden ausgewählt, mit Bauleuten und Pressevertretern sowie Bürgermeister und seinem Begleitern bis auf die Spitze zu steigen. Dietmar Fessel, der die Gesamtverantwortung für den Bau trägt, hatte in seiner Kartusche unter anderem Bauunterlagen und Fotos von Arendsee verstaut. In der Kartusche, die die Kirchengemeinde füllte, befinden sich eine aktuelle Gemeindekirchenratsliste, Kinderzeichnungen mit Motiven aus der gesamten Einheitsgemeinde, ein Brief der Stadt, eine Münze aus dem Jahr 2003 anlässlich des Ausbaus der Friedensstraße, aktulelle Münzen, ein Bericht zur Situation der Kirchengemeinde (verfasst von Sabine Noetzel) und das Protokoll der Knopfabnahme. Auch ein Exemplar der Heimatzeitung der Region, eine Altmark-Zeitung, wurde in die Kartusche gelegt.

Mitarbeiter der Firma Bensch und Stadtrat René Herbst machten sich dann daran, Knopf und Kreuz zu befestigen. Rund 20 Personen wurden in gut 30 Metern Höhe Zeugen der ungewöhnlichen Aktion – und alle sie werden dort in ihrem Leben womöglich nie mehr stehen.

Die Bauarbeiten am Turm sind fast abgeschlossen, erklärte Bauingenieur Dietmar Fessel. Der Glockenstuhl wird in Kürze eingebaut, so dass auch dann wieder wieder geläutet werden kann. Die Besteiger des Gebäudes konnten sich gestern von der Arbeit der Fachleute überzeugen. Der Turm selbst ist mit schwarzem Schiefer eingedeckt, die Details in Kupfer wie kleine Turmspitzen und Wasserspeier lassen das Bauwerk in neuen Glanz erstrahlen. Die Kirche wurde 1880 erbaut.

Von Harry Güssefeld

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