Rund 15 Prozent der Patienten in Arendsee betroffen

Klinik reagiert auf Durchfall und Erbrechen: Vermutet wird ein Virus

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Rasend schnell breitete sich am Mittwoch die Erkrankung bei rund 15 Prozent in der Mutter-Kind-Kurklinik aus: Die Betroffenen klagten über Durchfall, Bauchschmerzen und Erbrechen. Das Gesundheitsamt in Salzwedel wurde eingeschaltet.

Arendsee. Die Erkrankung breitete sich am Mittwoch schnell aus. Insgesamt 15 Prozent der aktuell 170 Patienten in der Mutter-Kind-Kurklinik in Arendsee klagten über Durchfall, Bauchschmerzen und Erbrechen.

„Wir mussten handeln, haben sofort ein Notfallteam gebildet“, so Marion Danner, Klinikleiterin der DRK-Einrichtung an der Lüchower Straße. Erste Anweisung an die betroffenen Mütter, Väter und Kinder: Sie dürfen sich nur auf den Zimmern aufhalten, keine Gemeinschaftsräume besuchen. Wenn sie sich doch einmal im Freien aufhalten wollen, dann dürfen die Erkrankten keinen Kontakt zu anderen Personen haben. „Wir servieren die Mahlzeiten auch auf dem Zimmer. Das ist eine Vorsichtsmaßnahme, wie auch alles andere“, so Danner. Sie legte wert darauf hinzuweisen, dass es sich bei den Erkrankungen „um leicht verlaufende Fälle handelt. “.

Das Gesundheitsamt in Salzwedel wurde sofort eingeschaltet. Erste Maßnahme: Proben von Stuhl und Erbrochenem. „Die Untersuchungen dauern an“, so die Klinikleiterin. Auch sie würde gern die Ursachen für die Ausbreitung der Erkrankung kennen. „Auch Essensproben sind genommen worden“, erfuhr die Altmark-Zeitung.

Inzwischen sind alle Klinikbewohner auf die Situation hingewiesen worden. Mit persönlichen Gesprächen, aber auch mit Aushängen, wie Marion Danner betonte. „Wir gehen transparent mit der Situation um“, hieß es weiter. Nachdem am Mittwoch die große Zahl der Erkrankungen aufgetreten sei, habe es sich am Donnerstag nur in Einzelfällen fortgesetzt, erklärten die Klinikleiterin und die Abteilungsleiterin Verwaltungsservice, Ramona Winkler – sie war gestern mit dabei.

Es sei abzuwarten, wie es sich weiterentwickelt. Inzwischen seien auch Maßnahmen der Desinfektion angelaufen. „Neben den üblichen Vorsorgemaßnahmen wie Händedesinfektion und Zimmerreinigung wird nun verstärkt in den betroffenen Zimmern desinfiziert“, so Ramona Winkler.

Es sei inzwischen zu beobachten, dass sich die Patienten, die sich die Infektion eingefangen hätten, auf dem Weg der Genesung seien. Ins Krankenhaus sei bislang niemand eingewiesen worden, hieß es.

Der Altmarkkreis sprach gestern in einer Stellungnahme gegenüber der AZ von „Erkrankungen, die vermutlich von einem Virus ausgehen.“ Das sei anhand der Symptomatik zu erkennen. Der Hygieneplan der Klinik sei mit dem Gesundheitsamt abgestimmt worden. Der Kreis bestätigt die Angaben der Klinikleitung, dass Stuhlproben und Essensproben gesichert worden sind. Diese wurden an das Labor des Landesamtes für Verbraucherschutz geschickt. „Die Untersuchungsergebnisse müssen abgewartet werden“, so Kreis-Pressesprecherin Birgit Eurich.

Von Harry Güssefeld

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