Arendsee plant Haushalt / Minus im Papier / Schuldenabbau geht voran

Kleine Kasse, trotzdem zuversichtlich

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In Arendsee ist Sparen angesagt. Auch beim Papier. Unterlagen würden nicht mehr für die Öffentlichkeit ausgedruckt, sondern seien im Internet abrufbar, betonte Bürgermeister Norman Klebe im Finanzausschuss.

Arendsee – Bürgermeister Norman Klebe machte am Donnerstagabend keinen unzufriedenen Eindruck. Gerade war er mit den Mitgliedern des Finanzausschusses sowie mit Kämmerin Sigrid Lüdecke die Zahlen des diesjährigen Haushaltsentwurfs durchgegangen.

Schulden

Was den Stadtchef freut: Die Schulden der Einheitsgemeinde gehen kontinuierlich zurück. Lagen diese nach der Gebietsreform 2010 noch bei 3,7 Millionen Euro, soll es Ende dieses Jahres bis auf 1,55 Millionen Euro heruntergegangen sein. Für 2021 rechnet der Bürgermeister mit weniger als einer Million Euro Restschulden. „Ein Schuldenstand, der zu uns passt“, so Klebe. Ein Teil der Wegstrecke sei geschafft.

Eröffnungsbilanz

Deutlich optimistischer als seine Kämmerin gab sich Klebe beim Thema Eröffnungsbilanz. Bis Jahresende soll die Vermögensauflistung der Gemeinde soweit sein, dass sie extern überprüft werden kann. Finanzfrau Lüdecke bremste ihren Chef diesbezüglich. Da sei noch viel zu tun, hieß es. Norman Klebe meinte abschließend: „Es ist erstaunlich, wie viel Grundvermögen wir noch haben.“

Konsolidierung

Bis 2024 will die Kommune aus der Konsolidierung heraus sein. Der Bürgermeister zählte im Finanzausschuss kurz die einzelnen Punkte auf, die bereits erledigt wurden und die, die noch in der Schublade liegen. Ob Arendsee in fünf Jahren tatsächlich aus der Konsolidierung herauskommt, wollte Kämmerin Lüdecke nicht versprechen. Da gebe es viele Unwägbarkeiten, die außerhalb des Einflussbereichs der Gemeinde liegen.

Brandschutz

Die für die Zukunft geplanten Baumaßnahmen für die Fleetmarker Feuerwehr sind erst einmal nach hinten verschoben worden. Für eine gewissenhafte Haushaltsführung läge kein ausreichender Planungsstand vor, erläuterte Sigrid Lüdecke. Es werde eine ganz neue Planung geben müssen. Zu viel sei noch unklar über den künftigen Standort der Feuerwehr, Fördermittel, Kosten usw. Bürgermeister Klebe sprach die zwei derzeit diskutierten Gerätehaus-Varianten an. Weil das derzeitige Gebäude nicht den Anforderungen entspricht, könnte einerseits am Gemeindebüro oder an der Grundschule gebaut werden. Im ersten Fall könnte die Ortschaftsvertretung in die Grundschule umziehen, im zweiten Fall dort der Versammlungsraum der Feuerwehr untergebracht werden. In beiden Varianten würde eine neue Halle für die Fahrzeuge entstehen.

Spielplätze

37.000 Euro seien für Spielplätze in der Einheitsgemeinde drin, blickte Norman Klebe voraus. Der Großteil davon soll in die Anlagen am Kastanienweg und in Schrampe fließen. Für den Rest gebe es Bedarfsmeldungen aus Kleinau, Lohne, Dessau und Rademin, listete der Stadtchef auf. Arendsee habe zudem einen Antrag auf Fördermittel gestellt. Solche Gelder seien kurioserweise unter dem Stichwort Dürrehilfen abrufbar, sagte Klebe.

Minus unterm Strich

Der Haushaltsentwurf selbst sieht derzeit ein Defizit von rund 500 000 Euro vor – bei Erträgen von 9,4 Millionen Euro und Aufwendungen von 9,9 Millionen Euro. Kämmerin Lüdecke hofft dennoch auf die Zustimmung der Kommunalaufsicht. Der Finanzausschuss gab seine.

VON JENS HEYMANN

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