René Schackert lässt Sven Schottenhamel den Vortritt als Ortsbürgermeister

Kleinau: Verzicht nach der Wahl

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Sven Schottenhamel (Ortsbürgermeister, v.l.), Jana Reisener, Ronald Krüger und René Schackert (Vize-Ortsbürgermeister).

Kleinau – Wer glaubt, dass die Wahl zum Ortsbürgermeister nur noch ein Tagesordnungspunkt während der konstituierenden Sitzung ist, der irrt. Jedenfalls dann, wenn er in Kleinau mit dabei war.

Also: Vier neue Gemeinderäte waren am Montag zur Sitzung erschienen: René Schackert, Ronald Krüger, Sven Schottenhamel und Jana Reisener. Hartmut Kleyer und Darina Bertkow fehlten entschuldigt, hieß es.

Dann ging es zur Wahl. Zwei Kandidaten standen zur Wahl: René Schackert und Sven Schottenhamel. Schackert machte das Rennen, setzte dann aber sofort zu einer Erklärung an. Er kritisierte, dass im Vorfeld der Wahlen gesagt wurde, er würde allein die Interessen des Ortes Lohne vertreten. Das finde er „aufs Gröbste“ verwerflich. „Bevor ich erkläre, ob ich die Wahl annehme, möchte ich drei Minuten mit allen Räten sprechen“, sagte der Neugewählte. Und man ging vor die Tür. Mit dem Ergebnis: René Schackert nahm die Wahl nicht an.

Dann ging es von vorn los. Ortsbürgermeister wurde schließlich Sven Schottenhamel, mit einer Stimme – seiner eigenen – bei drei Enthaltungen. „Ich wollte es immer werden, und hoffe, dass wir im Rat zusammenfinden, um für die Orte Kleinau, Lohne und Dessau das Beste zu erreichen“, so der neue Ortsbürgermeister. Stellvertretender Ortsbürgermeister wurde dann René Schackert. Nach den Turbulenzen wurde es wieder ruhig.

Der scheidende Ortsbürgermeister Hans-Georg Kempcke staunte nicht schlecht, angesichts der Wahl mit Hindernissen. Doch es schien ihn nicht mehr sonderlich aufzurühren. Er selbst war es, der für seine 28-jährige Tätigkeit als Ortsbürgermeister außerplanmäßig geehrt wurde. Es war Otto Mewes, das Kleinauer Original, der Kempcke vor der Versammlung noch einmal würdigte. „Hans-Georg ist ein Mensch, der für die Bürger da war. Der sich um alle drei Dörfer der einstigen Gemeinde kümmerte, in der Zeit nach der Wende die richtigen Entscheidungen traf“, so Otto Mewes.

Otto Mewes (r.) bedankt sich bei Hans-Georg Kempcke.

Er kam ins Schwärmen – und überreichte Hans-Georg Kempcke eine Collage mit Fotos aus dessen Bürgermeister-Leben. Natürlich gab es auch Lob für den Einsatz Kempckes und des Rates in Sachen Schulmuseum. Das Steckenpferd von Otto Mewes starb nicht, sondern das Sammelsurium wurde neu geordnet in neuen Räumen der alten Schule präsentiert. Hans-Georg Kempcke und Rolf Büttner, ebenfalls scheidendes Ratsmitglied, erhielten aus den Händen von Arendsees Bürgermeister Norman Klebe je ein Arendsee-Buch.

Doch dann wurde es noch einmal amtlich. Kempcke, der sich in den Jahren um die Vergabe des Mehrzweckraumes gekümmert hat, wird den Job weiterhin übernehmen. Auch um den kommunalen Kleinauer Friedhof will sich der Alt-Bürgermeister weiterhin kümmern. Um Konzept und Belegung, wie er sagte. Der Rat war dankbar für die Bereitschaft – allein die Gratulation der älteren Bürger werde neu geregelt. In Kleinau, Lohne und Dessau wolle man sich im neuen Rat den Job teilen. Über genaue Modalitäten werde man noch reden, hieß es.

VON HARRY GÜSSEFELD

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