Nicht auf dem Trockenen sitzen

Klagen über Löschwassermangel werden lauter – Arendsee steuert gegen

Der Kamaz der Feuerwehr Arendseer bei einem Löscheinsatz bei Kaulitz
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Beim Feuerwehreinsatz bei Kaulitz aufgrund eines Feld- und Waldbrandes sind mehr als 250 000 Liter Wasser benötigt worden. Die Löschwasserversorgung spielt daher eine entscheidende Rolle. Die Klagen über fehlende oder nicht funktionierende Brunnen werden lauter.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Mehrere Dörfer, dasselbe Problem: Brunnen funktionieren nicht mehr oder müssten neu gebohrt werden – kurzum: An einigen Orten in der Einheitsgemeinde Arendsee mangelt es an Löschwasser für den Ernstfall. Die Stadt hat die Situation bereits erkannt.

Arendsee – „Der Dorfteich ist ziemlich leer“, hatte Kerkaus Wehrleiter Heiko Schulz, zugleich Mitglied im Ortschaftsrat, vor Wochen signalisiert. Zwei Brunnen in Kerkau und einen in Lübbars brauche es.

Wasserknappheit gebe es auch zwischen Schrampe und Friedrichsmilde, schlug Marek Weiß im Schramper Ortschaftsrat in dieselbe Kerbe. Dort müsse ein Brunnen hin. Über derlei Probleme werde seit Jahren gesprochen, allein passiert sei noch nichts. Bereits im Frühjahr hatte Andreas Beinroth im Rahmen der Ratssitzung Binde die Löschwassersituation in Ritzleben angemahnt. Die sei zu diesem Zeitpunkt jedenfalls nicht gewährleistet gewesen. In Mechau wird seit jeher mit Sorge auf das große Waldgebiet südöstlich des Dorfes geschaut. Entsprechend kam seitens Ortschef Hartmut Baier wiederholt die Forderung nach einem dortigen Löschbrunnen.

„Wenn Fördergelder da sind, dann wird gebohrt“, fasst Arendsees Hauptamtsleiter Michael Niederhausen die Situation aus Sicht der Stadtverwaltung zusammen. Zwei Brunnen sollen es dieses Jahr noch werden.

Mit dem neuen Kamaz-Tanklöschfahrzeug (TLF) der Arendseer Feuerwehr ist auf der mobilen Seite ein wenig gegengesteuert worden. 6000 Liter kann das TLF mitführen. Beim Feld- und Waldbrand bei Kaulitz vor knapp zwei Wochen war der Kamaz mit dabei. Die Klädener Feuerwehr wiederum verfügt über einen mobilen Falttank über 10 000 Liter.

„Wir brauchen die Wassermenge, ohne Zweifel“, bestätigt Arendsees Stadtwehrleiter Hans-Joachim Hinze die Anforderung eines großen Tanks. Beim Brand in Kaulitz habe es keine Schwierigkeiten mit den Brunnen gegeben. Hinze spricht hierbei von einem Stresstest für die lokale Wasserversorgung. Mehr als 250 000 Liter seien im Einsatz benötigt worden, erfuhr die AZ aus anderer Quelle. Dagegen erscheinen die 6000 Liter im Kamaz-Tank dann doch überschaubar.

Dass es Bedarf für weitere Brunnen gibt, verwundert also nicht. Wiederum die Waldgebiete sind besonders sensibel. Dieser Wunsch ist auch beim Land hinterlegt – in der Stadt wird auf Fördermittel gewartet. Der sinkende Grundwasserspiegel und einhergehende Trockenheit setzen allen Gemeinden zu, ergänzt Hans-Joachim Hinze.

Nach und nach werde die Liste abgearbeitet, sagt Michael Niederhausen im Arendseer Rathaus. Er schränkt allerdings ein: Die geografische Lage könne manches Brunnenvorhaben durchkreuzen.

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