„Solaranlagen nur auf Dächern“

Klädens Ortschaftsrat will keinen Wildwuchs auf Ackerflächen

Landwirtschaftliche Fläche
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Ein Investor möchte einen Solarpark zwischen Kläden, Kraatz und der Bundesstraße 190 errichten. Eine Anfrage wurde in Kläden bislang abgewiesen.

Mit dem geplanten Bau von Solaranlagen setzte sich der Klädener Ortschaftsrat auseinander.

Kläden - Das erschien mehr als mutig, als Ortsbürgermeister Jörg Benecke erklärte, dass er sich ganz klar gegen Solaranlagen auf Ackerflächen positioniere. Ihm schlossen sich drei weitere Ratsmitglieder an. Einer machte klar, dass er auch keinen Wildwuchs wolle, aber im Einzelfall entscheiden möchte.

Benecke verwies auf Vorhaben und Planungen in anderen Orten der Einheitsgemeinde. So in Neulingen und Höwisch oder auch Schernikau. Dort würden bis zu zehn Prozent der Gemarkungsfläche – im Fall Höwisch – bebaut werden, sollte es dazu kommen. Ratsmitglied Christian Streiter hatte zudem Fragen zu den Kosten.

Auch wenn es hieß, dass der Investor die Kosten für die Planung übernehmen würde – glauben heiße nicht wissen, sagte Streiter. Und sein Kollege Sven Hoffmann äußerte die Befürchtung, dass die übergroßen Solaranlagen auch Kläden zupflastern werden, weil die Entscheidung nicht in Kläden, sondern in Arendsee falle.

Das versuchte Jörg Benecke zu zerstreuen, aber ganz gelang es ihm nicht. In die Diskussion mischte sich auch ein versteckter Hilferuf nach Magdeburg. Christian Streiter vermisst klare Ansagen vom Land. Dort warte man ab, bis so viele Flächen überbaut seien, dass nichts mehr zu retten sei. Das Land halte sich zurück, alles unter dem Deckmantel Klimapolitik und erneuerbare Energien.

Ortsbürgermeister Jörg Benecke favorisiert weiterhin Solaranlagen auf Dächern. „Noch gibt es viele Dächer in Kläden, die mit den Anlagen versehen werden können“, machte er klar. Und deshalb wolle er über weitere Anfragen zu Anlagen auf Ackerflächen nicht diskutieren. Aber er verriet auch, dass es eine Anfrage zu einer 25 Hektar großen Anlage im Bereich Kraatz, Bundesstraße 190 Richtung Kläden, gebe. Dort, wo heute Mais und Getreide wächst.

Ortschaftsrat Volker Prange gab zu bedenken, dass einst Windkraftanlagen in Kläden abgelehnt worden waren, weil damit der Tourismus infrage gestellt sei. Die Besucher würden sich an Windanlagen stören, aber nun sollen Solaranlagen in Größenordnungen gebaut werden, die den Tourismus nicht beeinträchtigen? Das verstehe er nicht.

Die Diskussion auch über den Versuch der Verwaltung in Arendsee, mit Vorgaben die Errichtung der Anlagen zu steuern, ging in Kläden ins Leere. Der Bodenwert in Kläden läge über 35, hieß es. Damit sei kaum eine solche Anlage möglich, sollte eine Grundsatzentscheidung des Landes Brandenburg Anwendung finden, die in Arendsee als Arbeitsgrundlage diskutiert wird.

In Kläden wurde einmal mehr deutlich, dass das Land Sachsen-Anhalt die Kommunen bei der Diskussion um Solaranlagen nicht allein lassen sollte. Eine Selbstbestimmung der Einheitsgemeinde Arendsee, die vielleicht den 130 Hektar großen Solarpark in Höwisch-Neulingen möglich macht, könne nicht gewollt sein. Die Ackerflächen würden drastisch reduziert. Und das mit unvorhersehbaren Folgen.

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