Anlieger kritisieren die Diktatur des Wasserverbandes

An der B 190 in Kläden: Hebestellen belasten Hausbesitzer

Umfangreiche Baumaßnahmen an der B 190 in Kläden: Die Grundstücksbesitzer bekommen Abwasseranschlüsse und Hebestellen.
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Umfangreiche Baumaßnahmen an der B 190 in Kläden: Die Grundstücksbesitzer bekommen Abwasseranschlüsse und Hebestellen.

Arendsee / Kläden – Die überwiegende Zahl der Grundstücksbesitzer in Kläden bekommt in den nächsten Monaten einen zentralen Abwasseranschluss. Dagegen können sich die Menschen nicht wehren, denn es besteht Anschlusszwang.

Dass aber die Anlieger einer Straße, in diesem Fall der Bundesstraße, viel tiefer in die Tasche greifen müssen – die Rede ist von rund 5000 Euro – das ärgert nicht nur sie, sondern ruft auch den Ortschaftsrat auf den Plan.

5000 Euro werden für eine Pumpenanlage fällig, die das Abwasser der Grundstücke in die Druckleitung befördert. Diese Pumpe muss der Grundstücksbesitzer allein finanzieren. Der Grund: An der Bundesstraße ist kein Gefälle in Richtung Dorfmitte möglich – im Dorf selbst ja. Und so bezahlen die Eigentümer im Dorf nur die Anschlusskosten, die an der B 190 aber auch die Pumpen.

Ortsbürgermeister Jörg Benecke konnte sich noch erinnern, dass in einer Bauberatung lange vor Baubeginn in Aussicht gestellt wurde, dass den Grundstücken mit Pumpe die Anschlusskosten erlassen werden. Doch davon war während der großen Einwohnerversammlung nicht mehr die Rede.

Am Dienstagabend hat Jörg Benecke als Vorsitzender der Fraktion Arendsee-Land/Freie Liste einen Antrag an den Stadtrat eingebracht. Inhalt: Die Stadt Arendsee solle sich als Mitglied in der Verbandsversammlung dafür starkmachen, dass der Wasserverband seine Kunden gleich behandelt. „Aufgrund der unterschiedlichen geografischen Gegebenheiten in einer Ortslage und der daraus resultierenden unterschiedlichen Anschlussmöglichkeiten der einzelnen Grundstückseigentümer über Freigefälle bzw. Druckrohrleitungen dürfen diese nicht noch zusätzlich mit den Kosten einer Pumphebestation belastet werden“, heißt es in dem Antrag. Dazu kämen noch laufende Kosten wie Energie und nach Jahren vielleicht eine Ersatzbeschaffung der Pumphebestation.

Jörg Benecke hätte es gern gesehen, wenn das Thema schon im Juli auf der Verbandsversammlung thematisiert worden wäre. Doch die Einladungen dafür sind raus, erklärte Bürgermeister Norman Klebe.

Während der Diskussion in der Stadtratssitzung am Dienstag in Mechau wurde deutlich gemacht, dass andere Regionen mit anderen Abwasserverbänden auf die Mehrbelastung bestimmter Grundstücksbesitzer verzichten würden.

Übrigens: Der Wasserverband hatte auf Vorschlag von Bürgern auf eine eigene Pumpstation an der Bundesstraße aus Kostengründen verzichtet. Das hatte Proteste ausgelöst.

VON HARRY GÜSSEFELD

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