Arendsees Weihnachtsmann ist seit 50 Jahren im Dienst

„Kinderaugen sagen oft mehr als der Mund“

Arendsees Weihnachtsmann vor der Tanne im Rathaus. Seit 50 Jahren ist er jeweils im Dezember in der Region unterwegs, um besinnliche Stimmung zu verbreiten. Foto: Güssefeld

Arendsee. „Als unsere Kinder in den Kindergarten kamen, wurde ich erstmals gebeten, den Weihnachtsmann zu spielen“, erinnert sich Erhard Fölsch. Das war 1962. Inzwischen sind 50 Jahre vergangen – geblieben ist die Freude an diesem festlichem Engagement.

Seit einem halben Jahrhundert schlüpft der Arendseer jeweils im Dezember in sein Kostüm, um auf Märkten, bei privaten und öffentlichen Veranstaltungen Freude zu verbreiten.

„Die Rolle des Weihnachtsmannes hat sich geändert. Als ich anfing, hatten die Kinder noch Angst vor dieser Person“, weiß Erhard Fölsch. Sein Rezept: Die Rute beiseite stellen und Vertrauen gewinnen. Geändert hat sich auch die Verkleidung. Anfangs wurde ein grüner Lodenmantel genutzt. Auch ein Bart aus Hanf gehörte einst zur Ausstattung.

Was bis heute gleich blieb, ist die Neugierde der Kinder. „Meine pädagogische Ausbildung hilft mir dabei, den Nachwuchs richtig einzuschätzen“, weiß der Rentner, dass Kinder unterschiedlich reagieren. Doch auch Erwachsene freuen sich über einen Besuch des Weihnachtsmannes. So gab es Jahre, in denen er mit einer Kutsche durch Dörfer rund um den Arendsee fuhr. Bewohner kamen aus ihren Häusern, es wurde gemeinsam gesungen.

Das Vortragen von Liedern und Gedichten gehört zum Besuch beim Weihnachtsmann. „Oft sind es aber eher die Eltern, die das möchten“, schmunzelt Erhard Fölsch. Für ihn ist ein Lächeln der schönste Dank: „Kinderaugen sagen oft mehr als der Mund.“

Der Nachwuchs verrät dem Arendseer Weihnachtsmann oft, was er sich wünscht. Dies ist natürlich nicht gleich geblieben. „Das einfache Spielzeug gefällt mir persönlich am besten“, so Erhard Fölsch, der zuviel elektronische Geräte im Kinderzimmer für bedenklich hält. Um dem Nachwuchs den Spaß am handwerklichen Arbeiten zu vermitteln, engagiert er sich auch außerhalb der festlichen Zeit. So baut der Arendseer in der Kindertagesstätte „Zur Mühle“ mit dem Nachwuchs Vogelhäuschen. Auch eine Garage für die Spielzeugautos ist in Arbeit.

Als Arbeit empfindet der Rentner seine Weihnachtsmannauftritte nicht. Doch mit 75 Jahren denkt er langsam ans Aufhören. Den Kindern wünscht er, dass sie mit ihren Eltern Zeit finden, um gemeinsam zu spielen. „Die bevorstehenden Festtage bieten dazu doch eine gute Gelegenheit“, so der Arendsee abschließend.

Von Christian Ziems

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare