„Keine Konkurrenz zum Bus“

Signal aus Kaulitz: Mitfahrbank nach wendländischem Vorbild

Mitfahrbänke sind angesagt – nun soll eine auch bald in Kaulitz stehen. Symbolfoto: DPA
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Mitfahrbänke sind angesagt – nun soll eine auch bald in Kaulitz stehen.

Kaulitz – Die Ortschaftsratssitzung in Kaulitz war fast beendet, da meldete sich Ortschaftsrätin Melanie Neu zu Wort.

Sie hatte eine Idee und – vorweggenommen – die anderen Zuhörer im Saal unter Corona-Bedingungen finden diese gut: In Kaulitz soll es eine Mitfahrbank geben. Eine Einrichtung, die es bereits im Wendland gibt und die sich großer Beliebtheit erfreut: Also man setzt sich auf die Bank, klappt ein Schild aus oder hält ein Blatt Papier in die Luft. Darauf zu lesen, wo man hin möchte. Und nun kommt ein netter Autofahrer oder auch ein Traktor und nimmt mich mit. Das alles kann sogar mit einer App begleitet werden, um, wie Melanie Neu erklärte, irgendwem zu sagen, wo man gerade sei. Denn Mitfahren oder Trampen ist ja im Normalfall nicht ganz ungefährlich.

Dieses Reisen von der Mitfahrbank hat aber generell nicht diesen Ruf. „Es soll eine Möglichkeit sein, schnell mal irgendwo hinzufahren, ohne einen Rufbus zu nutzen, weil ich ja ganz spontan entschieden habe, jetzt loszufahren“, so Melanie Neu. Das Tollste an der Sache: „Es gibt Förderungen zur Einrichtung. Die Unterlagen habe ich da“, sagte sie und kündigte auf Hinweis von Ortsbürgermeister Uwe Lahmann an, die Idee während der Einwohnerfragestunde bei der nächsten Stadtratssitzung vorzustellen. Nun gab es aber auch Fragen: Was passiert, wenn mich jemand aus Kaulitz mitnimmt in einen anderen Ort und ich dort nicht weiß, wie ich zurückkomme. Melanie Neu sah das nicht so problematisch. Sagte, sie sei schon von Prezelle nach Lüchow gefahren. Dort gebe es auch eine Mitfahrbank. Nun gelte es nur, dass jemand auch anhält, der den Kurzreisenden wieder mit genau dahin nimmt, wo er auch gern hinwill. Nein, Bedenken waren das nicht. Generell fand man am Donnerstagabend in Kaulitz die Idee gut. Und so könnte es bald eine Mitfahrbank in Kaulitz geben – und in Arendsee oder Binde. „Wir hoffen, es machen dann viele mit“, hieß es in Kaulitz.

Das Angebot soll sich an Einwohner der Orte und an Touristen richten. An die, die reisen wollen – verbunden mit der Bitte an die Kraftfahrer, die Menschen, die auf der Mitfahrbank sitzen, auch mitzunehmen. „Eine Idee, die gerade in Corona-Zeiten nicht unbedingt sofort überzeugt, weil kaum jemand sich fremde Leute ins Auto holt. Aber wir hoffen ja, dass das irgendwann vorbei ist mit Abstand und Maske“. so Ortsbürgermeister Uwe Lahmann. Er sei gespannt wie sich das Vorhaben dann entwickelt.

Die Bank sollte mit einem Dach versehen werden. Damit die Wartenden nicht nass werden, gab es am Donnerstag mit auf den Weg.

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