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Keine Brücke für Fleetmark – Jens Reichardt kritisiert Deutsche Bahn

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Von: Jens Heymann

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Der Fleetmarker Bahnübergang mit eingezeichneten Schallschutzwänden.
Fleetmark soll keine Brücke über die Bahnstrecke erhalten. Das ärgert Stadtrat Jens Reichardt. Seine Kritik, sich von der Deutschen Bahn nicht abspeisen zu lassen, dürfte auch ein Fingerzeig in Richtung Rathaus sein. © Repro

Wie die Deutsche Bahn im Zuge des Ausbaus der Strecke Stendal-Uelzen („Amerika-Linie“) im vergangenen Jahr mit der Einheitsgemeinde Arendsee umgegangen ist, passt Stadtrat Jens Reichardt (Fraktion Arendsee-Land / Freie Liste) ganz und gar nicht. Seine Kritik im kürzlichen Bauausschuss bezog sich ganz konkret auf den Bahnübergang in Fleetmark, für den nach aktuellem Stand keine Brücke oder sonstige niveaufreie Lösung vorgesehen ist.

Fleetmark / Arendsee – „Es kann nicht sein, sich da von der Bahn so abspeisen zu lassen“, machte der Regionalpolitiker seinem Ärger Luft. Überall in der Region wolle die Bahn Brücken bauen, nur in Fleetmark nicht, spitzte er die Situation zu. Selbst ein wesentlich kleinerer Ort wie Rockenthin (westlich von Salzwedel) soll eine Brücke erhalten. In der gesamten Betrachtung sei noch gar nicht über den Schul- und Pendlerverkehr gesprochen worden, so Reichardt weiter. Er wisse nicht, wie attraktiv der Fleetmarker Bahnhof sein werde, wenn keiner sagen kann, ob er dort rechtzeitig zum Parkplatz kommt. Der zweigleisige Betrieb der Bahnstrecke werde sich aufgrund der steigenden Schrankenschließzeiten wie eine Grenze auswirken. „Wollen wir, dass unsere Kinder nach Kalbe abwandern?“, kritisierte Reichardt in Anspielung auf die Möglichkeit, dass Eltern aus dem Bereich südlich der Bahnlinie in der Konsequenz in die Nachbargemeinde ausweichen könnten. Irgendwann sei der Bahnhof weg, zog der Stadtrat ein düsteres Fazit.

Im Juni 2021 hatte die Projektleitung der Deutschen Bahn in einer öffentlichen Informationsrunde erklärt, dass es in Fleetmark weder Brücke noch Tunnel über die Gleise geben soll. Das sei nicht notwendig. Reichardts Fraktion wiederum forderte im vergangenen Jahr Land und Bahn dazu auf, Fleetmark doch stärker zu berücksichtigen.

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