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Kein Stress im Rat: Rund zwölf Hektar könnten überbaut werden

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Von: Detlef Güssefeld

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Westlich von Zühlen könnte ein 11,5 Hektar großer Solarpark entstehen. © Güssefeld, Harry

In Zühlen könnte ein Solarpark entstehen. Der Rat diskutierte kürzlich darüber und fand die Idee gut. Familie Ehrfried Franke aus Zühlen hat den Wunsch, einen Teil ihres Ackers – bei einem Bodenpunkt von 28 – mit einem Solarpark zu versehen. 11,5 Hektar soll er umfassen, der Stromertrag wird mit 14 Gigawatt-Stunden angegeben.

Zühlen/Thielbeer – Um den Anwesenden den Umfang verständlich zu machen, hatte Stefan Veltrup von der Innovar Solar GmbH auch gleich einen Vergleich parat: Theoretisch könnten 4200 Haushalte mit Strom versorgt werden, die CO2-Einsparung liege pro Jahr bei 8400 Tonnen. Bei einer Laufzeit von mindestens 30 Jahren seien das 252 000 Tonnen. Angesichts der angespannten Energiesituation und den steigenden Kosten für Verbraucher sei Solarenergie eine gute Alternative, hieß es dazu weiter.

Atomkraftwerke würden abgestellt, Kohlekraftwerke sollen folgen. Wind und Sonne bekommen auch angesichts der aktuell nicht zu überblickenden Gas- und Ölsituation eine immer größere Bedeutung. Veltrup bemühte auch den Begriff Bürgerstrom – wie immer, wenn es um Erläuterungen zu einem Solarpark geht. Doch der Vertreter der Solarfirma machte zugleich keinen Hehl daraus, dass Bürgerstrom nicht so schnell Realität werde. Denn die Hürden der Gesetzgebung seien hoch.

Anwesende äußerten Zweifel daran, ob Bürgerstrom überhaupt gewollt sei. Denn das bedeute, dass die Einwohner eines Ortes, die in der Nähe einer Solaranlage wohnen, über einen geringeren Strompreis beteiligt werden. Damit sei auch die Akzeptanz größer, weil derzeit nur die Eigentümer der Flächen und die Kommune die Profiteure seien. „Sie können mir glauben, dass ich, sollte das möglich sein, beim Umsetzen helfen würde“, sagte der Solar-Fachmann.

Meyer: „Konzept abwarten“

Heike Meyer vom Bauamt, die als Vertreterin der Verwaltung anwesend war, dämpfte die Hoffnung aller Interessenten im Stadtgebiet, gewünschte Solarparks auch umsetzen zu können. Der Willen und die Bereitschaft der Solarfirmen allein reichten nicht aus. Man müsse das Konzept abwarten, das derzeit erarbeitet werde: Darin sollen mögliche Flächen für Solarenergie-Gewinnung ausgewiesen werden. Arendsee habe das in Auftrag gegeben. Laut Heike Meyer gebe es eine wichtige Zahl: Fünf Prozent der Gemarkung, also der Fläche eines Ortsteils, dürften aktuell überbaut werden.

Die Vorteile für die Kommune sind klar: Die Stadt würde allein für den Solarpark in Zühlen, sollte er umgesetzt werden, 25 000 Euro bekommen plus rund 90 Prozent der anfallenden Gewerbesteuer. Geld, das überall dringend gebraucht werde.

Auch wenn alle Anwesenden das Vorhaben für gut befanden – Ortschaftsrätin Sandra Balkow hatte eine Bitte an die Verpächter der möglichen Solarparkflächen: Man sollte doch darüber nachdenken, die Fläche trotz der Überbauung noch zu nutzen, vielleicht mit mobilen Hühnerställen. Die Ratsfrau sieht in dem Solarpark-Boom auch eine Gefahr für die Landwirtschaft und Natur.

Stefan Veltrup unterstützt die Ideen und hatte auch gleich eine Lösung dafür, dass die Anlagen nicht sofort zu sehen sind. Beispielsweise könnte eine Hecke gepflanzt werden. Und Veltrup erklärte, dass die Fläche zu jedem Zeitpunkt nach einem Rückbau wieder als landwirtschaftliche Fläche genutzt werden könne.

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