Das Land kann den Arendsee vor 2014 nicht sanieren / Dringlichkeit „nur eine Show“?

Kein Geld für den eigenen See

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Das Land kann den Arendsee vor 2014 nicht sanieren.

Arendsee. Der Arendsee gehört dem Land. Und das Gewässer ist schwerkrank. So hatten es Wissenschaftler immer wieder erklärt, vom Umkippen war die Rede, die Nährstoffe sorgen dafür, dass bald nicht mehr gebadet werden kann.

Die Seesanierung sei dringend geboten, um den See zu retten.

Doch der Eigentümer des Sees, das Land-Sachsen Anhalt, sieht die Notwendigkeit nicht. Anders kann die Tatsache nicht erklärt werden, dass das Land im kommenden Jahr auf keinen Fall, vielleicht 2014 die Sanierung in Angriff nehmen will. Im Haushalt 2013 stehen dafür keine Mittel zur Verfügung.

Die Befürworter der Sanierung haben es dadurch nicht einfacher. Vor allem die Tourismusfachleute in Arendsee, so auch Michael Meyer von der Luftkurort-Arendsee-GmbH, verstehen das Verschieben der Seesanierung nicht. „Es ist genug geredet, lasst uns Taten sehn. Ich bin nicht der Fachmann, aber irgendjemand muss uns doch endlich sagen, was wirklich notwendig ist, oder ist die Dringlichkeit eine Show?“, so Meyer. Er lasse sich nicht festnageln, ein Verfechter der chemischen Sanierung zu sein. Aber er müsse als GmbH-Chef alles tun, was der GmbH nützt. Un die braucht in erster Linie sauberes Badewasser. „Wenn gesagt wurde, dass wir kurz vor der Gülle stehen, dann verstehe ich nicht, dass noch nichts passiert ist“, so Meyer.

Während die Stadt um eine einheitliche Meinung ringt, lässt das Land die Stadt in der Warteschleife. Für Gerd Reckling, Vize-Bürgermeister und Chef der Arbeitsgemeinschaft der Arendsee, eine Tatsache, die nicht befriedigen könne. Dennoch: Arendsee habe zu lange gewartet, Stellung zur Sanierung zu beziehen. „In Magdeburg wird so etwas beobachtet“, sagte er. Für ihn stehe aber fest, und da glaube er den Wissenschaftlern, dass der Sauerstoffgehalt des Wassers immer mehr abnimmt. Mit unabsehbaren Folgen für den Luftkurort.

Von Harry Güssefeld

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