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Kaulitzer Solarparkprojekt: Einwohner haben Fragen und Anmerkungen

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Von: Jens Heymann

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Die rund 30 Hektar große Fläche für einen Kaulitzer Solarpark liegt am Waldrand in Richtung Schrampe / Arendsee.
Die rund 30 Hektar große Fläche liegt am Waldrand in Richtung Schrampe / Arendsee. Mit diesem Standort eines möglichen Solarparks tun sich manche Einwohner aber schwer. Die Entscheidung steht noch aus. © Repro

Grundsätzlich sei ja nichts gegen einen Kaulitzer Solarpark einzuwenden, hieß es während der jüngsten Ratssitzung im örtlichen Dorfgemeinschaftshaus, aber die dafür vorgesehene Fläche stieß dann doch auf überschaubare Begeisterung. Auch sonst hatten die Zuhörer der Präsentation von Planer Iddo Uphoff so manche kritische Nachfrage zu dem, was sie gerade gehört hatten.

Kaulitz – Um es vorwegzunehmen: Eine Entscheidung für oder gegen das Projekt ist noch nicht gefallen. Dafür soll eine Einwohnerversammlung herhalten – in Kaulitz also ganz basisdemokratisch.

Das Solarparkgebiet, das der Ostfriese Uphoff den Altmärkern skizzierte, befindet sich rund ein- bis eineinhalb Kilometer östlich des Dorfes in Richtung Arendsee. Genauer gesagt ab dem Knick des Verbindungsweges bis zum Beginn des Waldes. Die zirka 30 Hektar große Fläche beiderseits des Altmarkrundkurses gehört einem einzigen Eigentümer, war am Abend zu erfahren.

Der produzierte Strom würde für rund 7500 Haushalte reichen, stand in der Präsentation, und etwa 12 000 Tonnen CO₂ pro Jahr vermeiden. Mindestens 90 Prozent der Gewerbesteuer sollen in der Gemeinde bleiben; die kommunale Beteiligung an der Stromproduktion beträgt laut Beispielrechnung bis zu 60 000 Euro im Jahr. Und nach Ende der Laufzeit würde die Anlage rückstandslos abgebaut werden, beschrieb Iddo Uphoff einige Eckpunkte des Projekts.

Eingangs erwähnte kritische Nachfragen drehten sich neben dem Standort um verschiedene Details. Beispielsweise um die Bewirtschaftung. Anstelle der angedachten Blühwiese würde dort tatsächlich nur Kraut wachsen, hieß es etwa von den Zuhörern. Und Schafe, die dort herumlaufen könnten, müssten sich vor dem Wolf in Acht nehmen. Diskussionen gab es außerdem um die Bodenpunkte sowie um Erosion durch Wind. Einiges davon nahm Iddo Uphoff als Anregung mit. Der AZ schrieb er am Folgetag, dass die verwendete Saatmischung regional angepasst sein würde und der Wuchs fortlaufend überwacht werden könnte.

Mit einer Sache konnte er augenscheinlich gut in Kaulitz punkten: mit der Löschvorrichtung. In einem oder mehreren großen Löschsäcken (zirka 120 000 Liter Fassungsvermögen) würde dort eine Menge Wasser vorrätig sein. Wer sich erinnert: Einer der größeren Brände des vergangenen Jahres passierte im August bei Kaulitz.

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