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Kaulitzer Diebstahlprozess läuft / Geschädigter sagt aus

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Von: Jens Heymann

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Salzwedeler Amtsgericht
Im Salzwedeler Amtsgericht hat ein Prozess um den Diebstahl eines Mopeds in Kaulitz begonnen. © AZ-Archiv

Der Prozess um den Diebstahl eines Mopeds in Kaulitz hat am Dienstag im Salzwedeler Amtsgericht begonnen. Angeklagt ist ein Mann um die 30. Die Verhandlung kam noch zu keinem Ergebnis; in der kommenden Woche soll es weitergehen.

Salzwedel / Kaulitz – Die Anklage ist scharf formuliert: Diebstahl im besonders schweren Fall. Der Angeklagte soll sich irgendwann zwischen Oktober 2020 und Januar 2021 mit einem Werkzeug unerlaubt Zutritt zur Garage eines 42-Jährigen verschafft haben und unter anderem ein umgebautes Simson-S-83-CX-Moped mitgenommen haben. Der Angeklagte bestritt dies, und vor Gericht kam es teilweise zu Wortgefechten mit dem als bislang einzigen Zeugen aufgetretenen Geschädigten.

Bei dem betroffenen Moped handelt es sich um ein vergleichsweise seltenes Nachwendemodell aus dem Jahr 1992. Der Zeuge hat daher 3000 Euro Schadenersatz beantragt. Weil es sich aber offenbar um kein vollständiges Originalkraftrad handelt, sondern es an zahlreichen Stellen mit Bauteilen anderer Simson-Fabrikate angepasst bzw. repariert wurde, dämpfte Richter Klaus Hüttermann die Erwartungen des Eigentümers. Er halte den Preis für weit überzogen; der Wert von Ersatzteilen und Emotionen könne nicht mitberechnet werden.

Zurück zum Fall: Der 42-Jährige legte bei seiner Befragung Schloss, Schlüssel und ein kleines Typenschild auf den Tisch. Dies sei alles, was ihm geblieben sei. „Ich will mein Moped wiederhaben“, betonte der Mann mehr als einmal im Gerichtssaal.

Nachdem er es nach dem Kauf Ende der 90er-Jahre intensiv gefahren sei, wanderte es später in den Stall. Vor einigen Jahren dann kam es wie auch anderes Material, Ersatzteile und Reifen im Eigentum des Geschädigten in eine Kaulitzer Garage. Dort sah der Mann in der Folge sporadisch vorbei, bis er den Diebstahl feststellte.

Das Schloss sei falsch herum eingehängt gewesen, einige Dinge in dem Raum hätten anders gelegen, erinnerte sich der Zeuge vor Gericht. Ein Nachbar habe ihm erzählt, das vermisste Leichtkraftrad in der Garage des Angeklagten gesehen zu haben. Der bestritt dies und erklärte dem Richter, es habe sich dabei um ein anderes Fabrikat gehandelt. Bei der Durchsuchung durch die Polizei sei aber eine Sitzbank gefunden worden – „definitiv meine“, so der Geschädigte. Außerdem ein modifizierter Lampenträger. Woher er diesen hatte, konnte der Angeklagte nicht erklären.

Der 42-Jährige, der sein Moped wiederhaben will, sprach im Gericht auch davon, herumtelefoniert zu haben. Nämlich deswegen, ob Bastlern in der Region Mopedteile angeboten worden seien. Schon der erste Anruf sei „ein Volltreffer“ gewesen, berichtete der Mann. Er habe von einem Verkauf über ein Internetportal erfahren.

Am kommenden Dienstagvormittag, 25. Januar, geht die Verhandlung im Salzwedeler Amtsgericht weiter. Dann mit weiteren Aussagen.

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