Klädener Narren stürmten Arendseer Rathaus / Elferrat erhält Karnevalsauftrag

Die Kassen sind leer

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Arendsee ist fest in Imi-Ata-Hand. Bürgermeister Norman Klebe (2.v.r.) hat vor dem närrischen Ansturm kapituliert. 

Arendsee / Kläden. Mit lautem Gesang sowie ihrem Schlachtruf „Kläden und Kratz Imi – Ata“ nahmen am Sonnabend, am 11. 11. , die Mitglieder des Klädener Karneval Clubs den Rathausplatz in Arendsee in Besitz.

Dazu waren sie mit ihren alten Lkw S 4000 mit einer ganzen Schüssel voller Pfannkuchen und jede Menge Sekt in die Seestadt gereist und verteilten die Gaben an vorbeikommende Passanten.

Silvio Bolz (r.) überreicht auf dem Arendseer Marktplatz Ricarda Kral und ihrer Tochter Mia (Mitte, l.) sowie deren Freundin Stella Cioch Freikarten für die Karnevalveranstaltung in Kläden.

Natürlich wollten die Narren mit dieser gelungenen Aktion auch auf ihre Elferratssitzung am Abend aufmerksam machen. Deshalb gab es Freikarten, so auch für Ricarda Kral, die mit ihrer Tochter Mia und deren Freundin Stella Cioch nicht schlecht staunten. „Wenn der 11.11. auf einen Sonnabend fällt, haben wir genügend Zeit, um für unseren Verein zu werben“, freute sich Vorsitzender Hagen Schünke.

„Die Kassen sind leer!“ Jörg Benecke (l.) ist entsetzt.

Doch Klädener Jecken waren nicht nur zum Feiern gekommen. Denn wie in jedem Jahr wollten sie auch diesmal den Arendseer Bürgermeister Norman Klebe samt Stadtschlüssel und Stadtkasse entführen. Klebe, der schlaue Fuchs und Advokat, war jedoch vorbereitet und zeigte Jörg Benecke und Hagen Schünke einen leeren Koffer. „Wir haben nichts. Die Kassen sind leer“, rief das Stadtoberhaupt.

Pünktlich um 11 Uhr verließen die Klädener dann wieder die Stadt, um um 11.11 Uhr in Kläden vor ihrer Narrenburg, der Gaststätte Hoffmann, auf die neue Session anzustoßen. „Hiermit eröffne ich die 65. Karnevalssession in Kläden mit einem dreifachen ,Kläden und Kratz Imi – Ata‘“, schmetterte Hagen Schünke und alle ließen die Sektgläser klingen.

Der Elferrat gibt beim Ball im Gasthaus Hoffmann die Stimmung vor. Das närrische Volk ist aus dem Häuschen.
Der vom Publikum ersehnte Einmarsch der Garde-Tänzer.

Abends dann die große Elferratssitzung: „Die Arendseer haben Angst vorm Karneval, daher müssen wir hier in Kläden weiter feiern“, hieß es. Aber auch eine Gegenstimme wurde laut: „Mein Mann schnarcht immer so, wenn er von einer Karnevalssitzung kommt, daher sollten wir das lassen.“ Wie in einer närrischen Hochburg üblich, war die Abstimmung, ob auch 2018 Karneval gefeiert werden soll, recht kompliziert. Wer den Karneval wollte, der musste mit „Nein“ stimmen und so erschallte im Saal ein lautes „Nein“ auf die Frage von Schriftführer Christian Streiter: „Wollt ihr vom 9. bis 11. Februar Karneval in Kläden?“

Die Klädener Garde zeigt mit ihrem neuen Programm während der Elferratssitzung, was die kann.

Danach gab sich auch Bürgermeister erfolgte die offizielle Schlüsselübergabe Norman Klebes an Hagen Schünke. Doch der Bürgermeister Norman Klebe geschlagen und rückte den Rathausschlüssel heraus. Er hatte auch noch einen zweiten kleinen Schlüssel dabei. Mit den Worten „das ist der Toilettenschlüssel, hier werden die wichtigsten Sitzungen abgehalten“, überreichte er auch diesen.

Dann tanzte die Garde. Hanno Fölsch und Andreas Döpelheuer berichteten als singende Dorfreporter einige Neuigkeiten. Der stimmungsvolle Höhepunkt war ein Bauchtanz des Männerballetts. Und als der Elferrat die Tanzrunde eröffnete, begann der bunte Ball, bei dem bis zum frühen Morgen in Kläden geschwoft wurde.

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