Ein Wasserfall, der keiner (mehr) ist

Kaskade in Arendsee so trocken wie die Wüste Gobi

Wasserfall ohne Wasser
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Nicht einmal ein Tropfen fließt an der Kaskade in Arendsee. Grund: Der Pegel des Sees ist zu niedrig.
  • VonArno Zähringer
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Die Kaskade in Arendsee wird von zahlreichen Touristen gerne und häufig besucht. Obwohl wenn sie seit längerer Zeit kein Wasser führt.

Arendsee - Das liegt vor allem daran, dass die Kaskade neben dem Strandbad, An der Quelle, der Anlegestelle des Fahrgastschiffes „Queen Arendsee“ in Zießau, dem Schramper Eck und der Wanderrast eine zugelassene Badestelle ist. Denn an dem Wasserfall, der keiner mehr ist, kann es nicht liegen. Der ist schließlich so trocken wie die Wüste Gobi in Zentralasien, in der Mongolei und der Volksrepublik China.

Denn seit Jahren läuft an der Arendseer Kaskade kein Wasser mehr. Kinder klettern derweil die einzelnen Stufen hinauf, haben daran immerhin ein bisschen Spaß. Touristen stehen allerdings mehr oder weniger ratlos vor den Betontreppen. Sie werden per Hinweisschild lediglich darüber informiert: „Leider ist es aufgrund des niedrigen Wasserstands nicht möglich, die Kaskade in Betrieb zu nehmen.“ Unterzeichnet ist das Schild am Fuße des Bauwerks mit: „Wir bitten um Verständnis. Stadt Arendsee (Altmark).“

Immerhin eine schöne Aussicht bietet sich den Besuchern oberhalb der Kaskade.

Lediglich oberhalb des Bauwerks bietet sich den Besuchern noch etwas Positives: Denn von dort hat man einen schönen Überblick über den Arendsee. Bürgermeister Norman Klebe weiß um den Umstand mit der Kaskade, in der seit drei oder vier Jahren kein Wasser mehr von oben nach unten fließt. „Das Wasser des Arendsees ist zu niedrig, das Saugrohr hängt in der Luft“, sagte er auf Anfrage der AZ. Das hänge auch mit den zu geringen Niederschlägen in den vergangenen Jahren zusammen. Abhilfe wäre möglich, aber: Entweder müsste das Rohr verlängert oder ein Wasserbehälter aufgestellt werden, um den Missstand zu beseitigen. Dann müsste dieser aber regelmäßig gewartet werden.

Das Rohr einfach verlängern und tiefer in den See stecken. Diese Variante hatte in einer Sitzung des Stadtrates Thomas Schlicke (Linke) auf den Tisch des Hauses gebracht, um das Wasser wieder laufen lassen zu können. Doch dies scheint aufgrund gesetzlicher Vorgaben nicht ohne Weiteres möglich. Weil der See dem Land Sachsen-Anhalt gehört, scheint dafür eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich zu sein. Dafür ist die Untere Wasserbehörde des Landkreises zuständig, sagte Hans-Jörg Steingraf, Flussbereichsleiter Osterburg, vom Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt.

Doch es bleibt immer noch die Hoffnung, dass Regenfälle den Pegel des Arendsee ansteigen lassen, damit das Wasser wieder fließen kann.

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