Irmela Spöttle vom KiEZ: „Unternehmen sollten sich mehr engagieren“

Kann ein Gewerbeverein dem Tourismus helfen?

Hielten bis 2003 die Fäden des Arendseer Gewerbevereins in den Händen: Walter Hodek (l.) und Wolf-Dieter Theuring. Der Verein war aus der City-Initiative hervorgegangen. Doch alle Bemühungen, die Unternehmer zu vereinen, scheiterten.
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Hielten bis 2003 die Fäden des Arendseer Gewerbevereins in den Händen: Walter Hodek (l.) und Wolf-Dieter Theuring. Der Verein war aus der City-Initiative hervorgegangen. Doch alle Bemühungen, die Unternehmer zu vereinen, scheiterten.

Arendsee. Mit der Kritik an der Tourismusarbeit in Arendsee hatte jüngst Gebhard Wolf, Chef des Tourismusvereins Arendsee, für einige Aufregung gesorgt.

Er hatte die Meinung vertreten, dass jeder seine eigene Suppe kochen wolle – so bestehe ein Tourismusstammtisch neben dem Tourismusverein. Konkret benannte er das Kindererholungszentrum – und dessen vermeintlich eigenen Weg. Die Altmark-Zeitung sprach mit der Geschäftsführerin des KiEZ, Irmela Spöttle. Und wollte wissen, wie sie zu den Feststellungen Wolfs steht. „Ich möchte mich dazu nicht äußern. Das ist eine Angelegenheit zwischen Gebhard Wolf und mir“, sagte sie der AZ.

Aber sie erklärte auch, dass ein Tourismus in Arendsee nur funktionieren könne, wenn sich Gewerbetreibende mit Ideen einbringen und diese auch umsetzen. Doch daran kranke alles, die vielen Unternehmen hätten bislang nur wenig Interesse gezeigt.

Irmela Spöttle könnte sich einen Gewerbeverein vorstellen. Den gab es in Arendsee schon einmal, zuletzt unter der Führung von Wolf-Dieter Theuring, Matthias Goyer und Walter Hodek. Alle Versuche, die Unternehmen an einen Tisch zu bekommen, schlugen fehl. Oft hatte man sich schon beim Bierpreis zu Festen gestritten, hieß es damals. Hodek, der eine Pizzeria betrieben hatte und heute noch eine Fischgaststätte unterhält, sowie Theuring, Inhaber eines Geschenkeladens und zeitweise auch des „Altmärker Hofes“, hatten dann irgendwann das Handtuch geworfen. Legendär waren die Versammlungen im „Kaffeegarten“, wo Ideen geboren, aber Tage danach wieder verworfen wurden, „weil die Zusammenarbeit nicht echt gewollt war“, wie beide damals erklärten.

Dort, wo derzeit Gewerbevereine existieren, gibt es auch erfolgreiche Aktionen. Wie in Salzwedel mit der Gewerbegemeinschaft und in Osterburg mit dem „Wirtschafts- und Interessenring“, der sich um das Spargelfest oder auch die Eisbahn kümmert.

Aber der Gewerbeverein in Arendsee war nicht der einzige Versuch, Unternehmen für gemeinsame Aktionen zu gewinnen. Das einstige Projekt „Hiltner-Reuter“ war mit dem Ziel verbunden, das Wirtschaftsgebäude im Strandbad zu einem Gebäude mit Geschäften und Erlebbnisgastronomie werden zu lassen. Die Ideen waren da, umgesetzt wurden sie nie, da auch die Unterstützung der Stadt fehlte. Ob es wieder einen Gewerbeverein geben wird, ist abhängig von der Bereitschaft der Betriebe, das wirklich zu wollen. Irmela Spöttle würde das mit unterstützen.

Von Harry Güssefeld

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