Landtagsausschuss für Umwelt und Energie nahm sich der Thematik an

Kahlschlag am Arendsee Thema in Magdeburg

Abgeholzte Bäume und Gehölze am Ufer des Arendsees
+
Abgeholzte Bäume und Gehölze am Ufer des Arendsees

Die Vorgänge um die Abholzungen am ehemaligen Waldheim haben jüngst den Landtag von Sachsen-Anhalt beschäftigt. Der Ausschuss für Umwelt und Energie befasste sich damit.

Die AfD hatte das Thema unter dem Titel „Entfernung von Ufergehölzen am Arendsee und artenschutzrechtliche Verbotstatbestände durch Baumaßnahmen im Bereich des Waldheim-Ressort“ auf die Tagesordnung gesetzt. Es war einer von acht Punkten, die an diesem Tag besprochen wurden, bestätigt der Ausschussvorsitzende Jürgen Barth (SPD).

Die Landesregierung erstattete Bericht. Umweltstaatssekretär Klaus Rehda (Bündnis 90 / Grüne) legte darin den seinem Ministerium bekannten Sachstand dar. Demnach werde für das so genannte „Waldheim-Ressort“ derzeit durch die Stadt Arendsee für die spätere Nutzung als Ferienanlage ein Bebauungsplan erstellt. Noch vor Abschluss des Verfahrens seien vorbereitende Maßnahmen wie Gebäudeabriss und Rodung von Gehölzen durchgeführt worden. Es seien Baumfällungen auf einer Fläche von zirka 0,7 Hektar erfolgt, die durch die untere Forstbehörde unter Beteiligung der unteren Naturschutzbehörde am 29. Januar 2020 genehmigt waren, hieß es im Ausschuss.

Erheblicher Eingriff in den Naturhaushalt

Zwischen dem Ufer des Arendsees und der Seeuferpromenade, somit nördlich der Fläche des Bebauungsplanes, seien jedoch ohne Beteiligung der Naturschutzbehörde Rodungen von Gehölzen auf einer Fläche von zirka 2700 Quadratmetern erfolgt. Ebenfalls ungenehmigt hätten Rodungen auf einer Fläche von zirka 2000 Quadratmetern in einem Streifen südlich der Seeuferpromenade im Norden der Fläche des Bebauungsplanes stattgefunden. Nach Kenntnis der Behörde geschah das mit Zustimmung der Stadt Arendsee. Diese Abholzungen seien als erheblicher Eingriff in den Naturhaushalt (§ 14 Absatz 1 Bundesnaturschutzgesetz) zu bewerten, erfuhren die Ausschussmitglieder.

In diesem Frühjahr sei geplant, neue Gehölzpflanzungen im Bereich der nicht genehmigten Rodungen vorzunehmen, erläuterte Rehda. Die Fachabteilung des Umweltministeriums werde vom Landkreis über das Landesverwaltungsamt einen Bericht zum Stand der Ersatzpflanzungen abfordern, sagte der Staatssekretär. „Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die untere Naturschutzbehörde erhebliche Anstrengungen unternommen hat, um festgestellte Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft möglichst gering zu halten sowie auf die möglichst zeitnahe Wiederherstellung hinzuwirken“, so der Staatssekretär.

Wer hat die Abholzung genehmigt?

In der Diskussion berichtete der AfD-Abgeordnete Hannes Loth über von ihm eingeleitete juristische Schritte. Für ihn bleiben aber noch weitere und noch unbeantwortete Fragen zu klären, „denn noch ist nicht klar, wer der eigentliche Verantwortliche war, der grünes Licht für die Baumfällungen gab und vor allem müssen die Kompensationsmaßnahmen noch vollständig geklärt werden. Der Optimismus der UNB in allen Ehren, durch Nachpflanzungen und Wiederaustrieb in zehn Jahren wieder durchgehend Wald am Seeufer zu erwarten, denn der Wasserverlust des Sees macht sich im trocken gefallenen Uferbereich bereits deutlich bemerkbar“, machte Loth deutlich.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare