Altmarkkreis soll handeln / Bürgermeister kritisiert Linken-Stadtratsfraktion

Jugendclub: Klaus Führ fordert mehr Kontrolle

Seit dem Weggang von Ulli Kirsch (Mitte) als Leiter des Arendseer Jugendclubs ist die Stelle vakant. Ein qualifizierter Nachfolger kann trotz etlicher Aufrufe seit Monaten nicht gefunden werden – Stadt und freier Träger suchen weiter.
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Seit dem Weggang von Ulli Kirsch (Mitte) als Leiter des Arendseer Jugendclubs ist die Stelle vakant. Ein qualifizierter Nachfolger kann trotz etlicher Aufrufe seit Monaten nicht gefunden werden – Stadt und freier Träger suchen weiter.

Arendsee. Klaus Führ (Linke) nutzte den Kreisausschuss am Montagabend, um „fehlende Kontrolle über Fördermittel“ zu bemängeln. Es fehle das Nachhaken, wie sinnvoll die Mittel eingesetzt werden. Konkret geht es Klaus Führ um den Jugendclub in Arendsee.

„Da sind drei Leute beschäftigt, doch die Jugendlichen kommen nicht“, so der ehemalige Bürgermeister des Luftkurortes, der im Kreistag und im Stadtrat politisch aktiv ist. Er unterstrich, dass zwar Geld fließen würde, aber die langfristige Wirkung fehle. Landrat Michael Ziche schlug vor, dass der Stadtrat dazu gehört werden sollte.

Die Altmark-Zeitung konfrontierte gestern Arendsees Bürgermeister mit der Kritik. Das Stadtoberhaupt erläuterte das Prozedere: „Wir haben über das Fachkräfteprogramm eine Stelle für den Leiter. 30 Prozent trägt der Kreis und 70 Prozent das Land“, erklärte Norman Klebe. Doch dieses Geld würde derzeit nicht abgerufen, da seit Monaten kein neuer Leiter gefunden werden kann. Zudem würde nicht die Stadt die Förderung bekommen, sondern der Verein für berufliche Bildung als Träger des Jugendclubs.

Die Einheitsgemeinde Arendsee selbst hat 2011 rund 2980 und 2012 etwa 4227 Euro investiert. Das Geld floß in die Unterhaltung des städtischen Gebäudes, in dem der Jugendclub untergebracht ist und für Projektarbeit. Obwohl ein Leiter fehlt, hat die Einrichtung weiterhin zeitweilig geöffnet. Und zwar unter Aufsicht von zwei Mitarbeitern, die über ein anderes Programm bezahlt werden.

Der Bürgermeister äußerte sich gestern auch zu immer wieder aufkeimender Kritik, was den Sinn eines Jugendclubs für Arendsee angeht. So schlug beispielsweise der Sozialausschussvorsitzende Thomas Schlicke (Linke) mehrmals vor, lieber die Jugendbereiche der regionalen Vereine zu unterstützen. „Die Kritik kommt immer aus einer Ecke“, betonte Norman Klebe und fügte hinzu: „Von der Linksfraktion im Stadtrat.“ Für ihn verwunderlich, da sich „unter anderem Gabriele Gruner auf Kreisebene sehr für den Arendseer Jugendclub eingesetzt hat“. Die Kommunalpolitikerin ist wie Klaus Führ in der Kreistagsfraktion der Partei „Die Linke“ aktiv. Norman Klebe ließ gestern keinen Zweifel daran, dass er eine Zukunft für die Einrichtung an der Osterburger Straße sieht. „Wir werden um den Jugendclub kämpfen“, betonte er mit Blick auf die auslaufende Förderung am Ende dieses Jahres.

Von Andreas Köhler und Christian Ziems

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