Jäger Herbert Guha rechtfertigt Schutz der landwirtschaftlichen Flächen

Jagd auf Wildgänse ärgert Arendseer

Gänse gehören zum Arendsee, sie richten aber auch Schäden auf den Feldern an. Deshalb werden sie bejagt. Wenn das aber an einem Sonntag geschieht, fühlt sich der eine oder andere in seiner Ruhe gestört. Foto: Güssefeld

Arendsee. Nordische Gänse am Arendsee sind schon so lange Diskussionsthema wie sie am See übernachten. Zum einen sollen sie für den erhöhten Nährstoffeintrag in den See verantwortlich sein, zum anderen für Schäden auf den landwirtschaftlichen Flächen.

Und deshalb werden sie auch bejagt.

So geschehen am Sonntag, 4. November. Und das brachte den Arendseer Michael Glässner auf die Palme. „Die Jagd begann gegen 6.45 Uhr und endete gegen 8.30 Uhr. Silvester ist nichts dagegen“, schildert der Arendseer die Situation. Er könne nicht verstehen, dass eine solche Ruhestörung genehmigt wird. Und das auch noch am Sonntag. „Sollte ein Bürger am Sonntag seinen Rasenmäher benutzen, stehen möglicherweise Ordnungsamt und Polizei sofort vor der Tür“, schimpft der Seestädter. Er ist berufstätig und möchte gern das Wochenende nutzen um auszuschlafen. „Das war eine nicht zu akzeptierende Ruhestörung“, so Glässner. Er fordert eine Stellungnahme der Verantwortlichen.

Vermutet wurde, dass die Jagd unmittelbar am See stattgefunden hat. Das aber dementierte der Jäger Herbert Guha. Er sei es gewesen, der an besagtem Tag mit einem Jagdkollegen auf den Schadflächen aktiv war, um Gänse zu schießen. „Wir haben uns mit dem Geschäftsführer Rolf Lehmann von der Landwirtschaftsgesellschaft Arendsee (LGA) abgestimmt, er hat uns gebeten, die Aktion zu starten, um die junge Saat vor den Gänsen zu retten“, so Guha im Gespräch mit der Altmark-Zeitung. Denn Gänse lieben Saat und frische Triebe. Für die Landwirte ein oft großer Schaden, wenn die Saat nicht aufgeht, weil sie längst in den Mägen der Gänse verschwunden ist.

Für Wildschäden müssen die Jagdpächter im Normalfall aufkommen, bei Schäden durch Gänse nicht. „Es ist eine freiwillige Aufgabe, der wir gern nachkommen. Auch an den Wochenenden, weil wir ja arbeiten gehen und sonst kaum Zeit finden“, so Guha. Er habe nur bedingt Verständnis für die Sorgen des Arendseers.

Auch andere, weniger unspektakuläre Mittel, setzt die LGA gegen die Gänse ein. So fährt fast jeden Tag ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin mit einem Klein-Lkw über die Flächen und versucht, die Gänse für längere Zeit zu verjagen. Ob Vogelscheuchen helfen, ist bislang nicht erwiesen.

Von Harry Güssefeld

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