Das neue Objekt der Begierde

Integrationsdorf Arendsee steht zum Verkauf – Wird es zur Filmstadt?

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Das Integrationsdorf: Gesucht wird aktuell ein neuer Besitzer für das Erholungsobjekt in Arendsee.

Arendsee – Nach dem Bekanntwerden, dass das Integrationsdorf Arendsee (IDA) verkauft werden soll, machen sich auch die Arendseer Stadträte Gedanken um den Weiterbetrieb der Erholungsanlage.

Es ist vor allem Thomas Schlicke, der wiederholt Bürgermeister Klebe fragte, was die Stadt unternimmt, um den Weiterbetrieb zu sichern. Norman Klebe äußerte sich während der Stadtratssitzung zur Thematik, hielt sich aber im öffentlichen Teil bedeckt, was Kaufinteressenten betrifft. Drei gebe es, hatte er erklärt.

Die AZ hat recherchiert: Zum einen soll sich die Curatio-GmbH (JuLe, LeBe) um das Grundstück bemühen, zum anderen auch die Betreiber des Filmcamps. Auch die Jeetze-Schule in Salzwedel soll Interesse bekundet haben.

Wen Norman Klebe gemeint hat, als er sagte, er würde einen der drei Käufer favorisieren, weil „das für Arendsee ein Gewinn sei“, blieb offen. Klar ist aber auch, dass das Filmcamp in unmittelbarer Nähe sein Domizil aufgeschlagen hat und versucht, sein großes Projekt „Filmstadt Arendsee“ zu planen und umzusetzen. Dazu sollten auf dem Gelände des Örtlichen Ferienlagers, auf dem die Objekte des Filmcamps stehen, neue Gebäude entstehen. Ziel ist es, das Filmcamp ganzjährig zu organisieren.

Unbestritten ist, dass das Integrationsdorf, das von der Paritätischen Integral Gesellschaft, einer Tochter des Paritätischen Sachsen-Anhalt, betrieben wird, in Schwierigkeiten ist. So sehr, dass der ansonsten im IDA stattfindende Frühlings- und Wirtschaftsempfang nun im Kindererholungszentrum über die Bühne geht. Mitarbeiter hoffen, dass es eine Zukunft gibt – offen äußern möchte sich niemand, verständlich. Von 14 Mitarbeitern ist die Rede, davon seien fünf fest angestellt.

Norman Klebe hatte sich verwundert gezeigt, dass die Stadt von dem Vorhaben, das IDA zu verkaufen, keine Information hatte. Auch zum derzeitigen Zeitpunkt wisse man nicht mehr: Außer, dass es drei Bewerber gebe.

Eine aktuelle öffentliche Erklärung zur Situation und zu den Plänen für das IDA lässt sich schnell im Internet finden. Die Integral GmbH informiert unter www.paritaet-integral.de/ida/ über ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Während der Geschäftsbetrieb für die Einrichtung in Wolmirstedt ohne Einschränkungen weiterlaufen soll, gilt es, für die Standorte Arendsee und Havelberg (Elch) Nachfolger zu finden. „Wenn uns das gelingt, gehen wir davon aus, dass die abgeschlossenen Belegungsverträge durch die Nachfolgeinstanzen realisiert werden“, heißt es in der Erklärung. Favorisiert wird demnach eine Zukunft nachbisherigem Schema. Getätigte Buchungen für 2020 können aber storniert werden, informieren die Verantwortlichen des Unternehmens.

Das Integrationsdorf war nach der Wende aus dem ehemaligen Ferienlager „Erich Weinert“ der Grenztruppen der DDR entstanden. Barrierefrei und mit neuen Gebäuden versehen.

VON HARRY GÜSSEFELD

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