Rademin will Bäume pflanzen

Neue Alleen – doch was danach?

Gemeindestraße bei Rademin mit wenig Baeumen
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An den Gemeindestraßen bei Rademin gibt es zu wenig Bäume

An den Wegen in den drei Ortsteilen Rademin, Ladekath und Ortwinkel wollen Bürger neue Bäume und Hecken pflanzen. Doch die Stadt Arendsee will anschließend die Pflege nicht übernehmen.

Es war eine Idee eines Rademiners. Jörg Gregors Vorstoß machte im Ortschaftsrat deutlich, dass es an den Wegen in den drei Ortsteilen Rademin, Ladekath und Ortwinkel an Bäumen und Hecken fehlt. Das allein war Ansporn genug, nach einer Lösung zu suchen. Die besteht nun darin, dass es eine Förderung von 90 Prozent der Kosten geben könnte, bei einer zehn prozentigen Eigenbeteiligung. Antragstellerin wäre die Stadt, Doch die lehnt ab, erfuhren die Zuhörer im Bauausschuss. Die Sache sei sehr gut, aber die Stadt möchte nichts dazubezahlen.

 Die Wege waren früher gesäumt von Bäumen und Hecken.

Eckehard Kamieth

Also bleibt nur der Weg, dass ein Verein den Förderantrag stellt und sich dann einen Betrieb sucht, der die Bäume und Hecken pflanzt. „Wir haben den BUND so gut wie im Boot“, erklärte Rademins Ortsbürgermeister Eckehard Kamieth gestern im Gespräch mit der AZ. Parallel sollte auch geklärt werden, ob die Flächen, die benötigt werden, auch bepflanzt werden dürfen. So brauche man neben der Zusage der Kommune, sprich der Stadt, auch die Zusage der Landwirte. Denn Eckhard Kamieth könne sich vorstellen, dass nicht alle mitziehen, auch wenn er es sich wünsche. „Wir werden Befindlichkeiten beachten müssen“, sagte er. Aber generell wolle man das Projekt durchziehen. Und dabei wird der Ortsbürgermeister auch etwas melancholisch. „Die Wege waren früher alle gesäumt von Bäumen und Hecken. Wir sind uns hier einig, dass es wieder so sein soll. Es gehe dabei um Naturschutz, um Artenvielfalt und bei den Hecken auch um Rückzugsgebiete für Kleintiere und Insekten“, sagt Kamieth.

Wie viele Bäume, Feldgehölze und Hecken gepflanzt werden, ist ebenso offen wie die Art der Gehölze. Alles dürfe man ja nicht mehr pflanzen, weil es hinsichtlich des Klimawandels Erfahrungen gibt, welche Pflanzen das zukünftig überstehen und welche nicht.

Doch das ist nicht das eigentliche Problem. Bäume pflanzen sei das eine, diese zu pflegen das andere. „Selbst wenn mit einem Vertrag nach der Pflanzung erreicht wird, dass man mindestens zwei bis drei Jahre die Pflege mit einkauft, dann reicht das nicht“, so Kamieth. Dass die Stadt die Pflege der vielen Bäume und Sträucher übernimmt, ist kaum zu hoffen – denn gesagt wurde, der Stadt sollen bei der Aktion keine Kosten entstehen. Auch nicht fürs Gießen und Verschneiden. Wie die Rademiner damit umgehen werden, ist offen. Aber kapitulieren werden sie nicht, erfuhr die AZ. Wenn es diese Förderung gibt und genügend Akzeptanz in den Orten, dann muss ein Weg gefunden werden.

Die AZ schaute sich gestern am Weg zwischen Rademin und Ortwinkel um. Die Bäume sind alt. Eine neue Allee wäre eine Aufwertung des Weges und der beiden Dörfer, die er verbindet.

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