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Im Zuge der aktuellen Energiediskussion will und muss auch Arendsee sparen

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Von: Jens Heymann

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Das Kopier- und Druckgerät im Arendseer Rathaus gibt die Richtung vor: Die Kommune soll Energie einsparen.
Das Kopier- und Druckgerät im Arendseer Rathaus gibt die Richtung vor: Die Kommune soll Energie einsparen. Manche Maßnahmen sind schnell erledigt; bei anderen Dingen ist vieles hingegen noch unklar. © Heymann, Jens

In den kommenden Monaten könnte es kalt und ungemütlich im Arendseer Rathaus werden. Nicht unbedingt zwischenmenschlich, aber mit einiger Wahrscheinlichkeit in Bezug auf die Raumtemperatur. Im Zuge der neuen Energiesparverordnung soll die öffentliche Hand ihren Beitrag leisten.

Arendsee – Ob sich Arendsees Bürgermeister Norman Klebe, sein Hauptamtsleiter Michael Niederhausen und die übrigen Beschäftigten künftig mit mehr Kaffee von innen wärmen müssen, gehört zu einer ganzen Reihe von bislang ungeklärten Fragen. Von einer „absoluten Herausforderung“ spricht die Verwaltungsspitze, wenn es um das Herunterregeln der Raumtemperatur auf maximal 19 Grad Celsius geht. Denn das sei mit den alten Nachtspeicheröfen gar nicht so einfach; die seien nicht zentral steuerbar, heißt es aus dem Rathaus. Die Debatte um eine neue Heizanlage auf Hackschnitzelbasis läuft ohnehin – im Oktober soll es neue Informationen dazu geben. Ein entsprechendes Bundesförderprogramm ist bereits gefunden worden.

Was fest steht: Beim Händewaschen werden die Finger nicht mehr warm. Die Durchlauferhitzer seien allesamt aus der Steckdose gezogen worden, erklärte Stadtchef Klebe. Auch für ihn könnte der Wind von außen rauer werden – bei doppelten, aber einfach verglasten Fensterscheiben an der Rathausfront. Etwas anderes lasse der Denkmalschutz nicht zu, erfährt die AZ.

Entspannter sieht es bei Schulen, Kindergärten und Feuerwehren aus. Dort müssen bestimmte Wärmewerte vorgehalten werden, und der Nachwuchs darf aus Gesundheitsgründen nicht frieren.

Ansonsten gibt es eine Menge Unklarheiten. Da wird auch im Arendseer Rathaus kein Hehl draus gemacht. Mit den Ortsbürgermeistern soll über die Dorfgemeinschaftshäuser gesprochen werden. Auch manche Sporthalle steht im Fokus. Die Verwaltung nennt das Gebäude in Kleinau als Beispiel, die als reine Vereinshalle diene – auf jeden Fall aber zu viel für die tatsächliche Nutzung an Energie verbrauche.

Um fair zu sein: Das wenig effiziente Heizen wird im Ort selbst längst angemahnt; die geforderte neue Regelungsanlage kostet laut Hauptamt aber rund 10 000 Euro. Genügend Reibungspunkte also, um die Gemüter in Hitze zu versetzen.

Ebenfalls mit den Ortsbürgermeistern soll über die Straßenbeleuchtung gesprochen werden. Etwa 1500 Lampen gibt es nach AZ-Info in der Einheitsgemeinde. Manche Typen könnten relativ problemlos auf LED-Technik umgerüstet werden, bei anderen sei das schwieriger, hieß es. Bei Defekten werde bereits im Rahmen der technischen Möglichkeiten erneuert; für alles fehle Arendsee das Geld.

Zur explosiven Sache könnte sich die Frage nach der Weihnachtsbeleuchtung entwickeln. Nämlich dann, wenn sich im dunklen Schmuddelwetter kein Gefühl von Besinnlichkeit einstellt. Dann hilft möglicherweise auch der Glühwein nicht mehr, sofern er überhaupt erhitzt werden darf. Die Arendseer Stadtverwaltung kann über Vorgaben zu Weihnachtslichtern noch nichts sagen.

Auf eine Landesregelung wird außerdem bezüglich einer möglichen Schließung des Rathauses von Weihnachten bis ins neue Jahr gewartet. Was gar nicht so einfach sei, wie die AZ erfährt. Denn bestimmte Dienste, wie etwa das Melden Verstorbener, müssen möglich bleiben. Bislang wurde dies über eine Notbesetzung geregelt.

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