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„Abwarten hilft nicht“

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Von: Detlef Güssefeld

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Eine baumgesäumte Straße mit einem roten Auto führt vom Betrachter weg und verliert sich am Horizont.
Die Kreuzung Dessau/Kleinau soll sicherer werden. Zeitgleich wird vehement ein straßenbegleitender Radweg gefordert. Auch im Kleinauer Ortschaftsrat war die Verkehrssituation an dieser Stelle wieder ein Thema. © Harry Güssefeld

Für Kleinaus Ortsbürgermeister Sven Schottenhamel sind die Bemühungen um einen Radweg von Kalbe in Richtung Arendsee nicht ausreichend. „Wir müssen mehr machen, sonst bekommen wir ihn nicht“, erklärte der Ortschef am Donnerstag.

Kleinau – Vor Jahren habe es einen vielversprechenden Anfang gegeben, schon damals war Heiligenfeldes Bürgermeister Bernd Prange mit im Boot. „Wir dürfen das nicht einschlafen lassen“, so Schottenhamel. Es dürfe nicht danach gehen, wer wichtig ist, bekomme einen Radweg. Der Bürgermeister forderte einen straßenbegleitenden Radweg entlang der Straße nach Arendsee. Und nicht eine Variante über ländliche Wege, wie ihm manchmal vorgeschlagen werde. Dass er Kalbe mit ins Boot holen will, liege daran, dass Verwaltungschef Karsten Ruthimmer erneut seine Bereitschaft zur Mitwirkung erklärt habe. Kalbe, Arendsee und der Landkreis Stendal wollen doch diesen Weg, hieß es weiter. Dass zwischenzeitlich aus den Reihen der Ortschaftsräte Neid auf den Radweg Kläden-Binde geäußert wurde, sei sicherlich nicht zielführend gewesen. Arendsees Bürgermeister Norman Klebe erklärte, dass es sich dabei um einen Radweg an einer Bundesstraße handele, das seien ganz andere Bedingungen. Mütter erzählten am Donnerstag in der Sitzung von Angst, auf der Straße nach Arendsee mit dem Rad zu fahren. In einem Fall wollte man mit Kindern nach Arendsee, habe sich dann aber hinter Zühlen entschieden, nach Thielbeer auszuweichen. Der Verkehr auf der Straße sei so extrem, Lkw der Firmen aus Kleinau, dazu Busse und landwirtschaftlicher Verkehr würden morgens und abends die Piste noch gefährlicher machen. „Radfahrer haben dort nichts zu suchen. Sie brauchen einen Radweg, der eine weite Strecke auf dem Brandschutzstreifen entlangführen und diesen Brandschutzstreifen bilden kann“, meinte Schottenhamel. Kreistagsmitglieder aus Arendsee müssten aktiver werden. Und ein Segen sei es doch, dass die Kreisbauausschuss-Vorsitzenden für Salzwedel und Stendal aus der Einheitsgemeinde Arendsee bzw. aus Heiligenfelde kämen.

Doch an diesem Abend ging es nicht nur um den Radweg. Die Kreuzung Dessau/Lohne/Kleinau müsse sicherer werden, so die Forderung. Bedeutet: Stoppschilder aus Richtung Kleinau und Dessau sollten dringend angebracht werden, hieß es am Donnerstag. Im Zusammenhang mit dem schweren Unfall vor einigen Tagen, bei den ein Autofahrer starb, warb Ortsbürgermeister Schottenhamel dafür, in dem Bereich der leichten Kurve Tempo 70 als Begrenzung einzuführen. Was aus Richtung Lohne bis hinter die Kreuzung Richtung Arendsee möglich sei, sollte einfach weitergeführt werden. Das würde in der derzeitigen Situation, in der auch der Radweg noch fehlt, vieles sicherer machen. Schottenhamel will am geplanten Bürgerdialog in Salzwedel mit der SPD-Landtagsfraktion teilnehmen und sich dort auch für den Radweg stark machen. Er hoffe, dass auch Salzwedels Landrat mit dabei ist. Für Schottenhamel ist klar: „Abwarten hilft nicht. Dann passiert nichts.“ Und bei diesen Worten schaute er auch Bürgermeister Norman Klebe an.

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