„Nicht in dieser Größenordnung“

Steuern hoch, aber viel Geld verfeiern? Für manchen Arendseer Stadtrat ein Widerspruch

Der Arendsee mitsamt Stadt aus der Luft
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Der Arendsee mitsamt Stadt aus der Luft: Vor knapp 1200 Jahren soll es den ersten Seeeinbruch gegeben haben. Die Stadt hat sich nun für ein Fest entschieden. Viele Details sind aber noch unklar.
  • Jens Heymann
    VonJens Heymann
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Die vermeintlich kleineren Punkte einer Tagesordnung sind es manchmal, über die am heftigsten debattiert wird. Das war am Montagabend der Fall, als es im Arendseer Stadtrat, der in Kleinau tagte, um das geplante Doppeljubiläum 1200 Jahre Seeeinbruch und 150 Jahre Kurbetrieb ging.

Kleinau – Obwohl schon länger über mögliche Festlichkeiten geredet wurde und im Hintergrund sicherlich bereits einiges geplant wird, gibt es erst seit Montag die klare Absicht, überhaupt zu feiern. Dafür sprach sich der Stadtrat nach einem Antrag von Linke und CDU / SPD einstimmig aus. Weitere Details sollen allerdings zunächst in den jeweiligen Ausschüssen beraten werden.

Jene Details sind durchaus ein Streitpunkt in der Einheitsgemeinde. Darunter das Budget, das von Teilen der Politik bei 20 000 Euro angesiedelt wird. Neu-Stadträtin Christel Tiemann (CDU / SPD) brachte es ohne Umschweife auf den Punkt: „Feiern ja, aber nicht in dieser Größenordnung.“ Erst seien die Steuern erhöht worden, und nun solle Geld verfeiert werden? Für Tiemann ein klarer Widerspruch, zumal Arendsee vor einigen Jahren aus Sparsamkeit aus sämtlichen Vereinen ausgetreten sei.

Bürgermeister Norman Klebe erklärte, dass die Kommune noch immer unter Beobachtung des Landes stehe. Es gehe um einen Schuldenerlass von 1,5 Millionen Euro. Die Stadt dürfe nicht mehr als drei Prozent ihres Budgets für freiwillige Aufgaben – und darunter fallen auch Feste – ausgeben.

Ein anderer Aspekt dürfte noch zu klären sein. Thomas Schlicke (Linke) und Uwe Walter (CDU / SPD) wollen ein Fest, durch das sich die Region präsentiert und daher den Einfluss von Fremdanbietern minimieren. Matthias Goyer (CDU / SPD) meinte, das Fest müsse sich finanziell selbst tragen. Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass auf das Festkomitee eine Menge Arbeit zukommt.

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