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Narren übernehmen das Ruder

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Von: Detlef Güssefeld

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Zahlreiche Karnevalisten stehen feiernd vor einem Bürgermeister in zivil und nehmen einen übergroßen Schlüssel als Zeichen der Machtübernahme entgegen.
Bürgermeister Norman Klebe weiß, wann er verloren hat: Gestern, am 11.11., übergab Arendsees Stadtoberhaupt Punkt 11.11 Uhr den riesigen Rathaus-Schlüssel widerstandslos an die närrische Übermacht. © Harry Güssefeld

Es waren mehr Närrinnen und Narren als in den Vorjahren: Zum 11.11 um 11.11 Uhr waren junge, aber auch alterfahrene Karnevalisten in Hoffmanns Gasthaus gekommen. Und auch die Frauen ließen es sich nicht nehmen, auf die nunmehr 70. Session anzustoßen. Ein Jubiläum, auf das alle in Kläden und Kraatz stolz sind. Sieben Jahrzehnte Karneval in Kläden: Angestoßen wurde mit Sekt aus Arendsee, den Bürgermeister Norman Klebe mitgebracht hatte. Um auch sicherlich vorzubeugen, dass er aus Kläden nicht zurück ins arme Arendsee geschickt wird. Die Narren dankten es ihm, dass er nicht mit leeren Händen erschienen war.

Vier Frauen halten Sektgläser in den Händen und stoßen auf den beginnenden Karneval an.
Seit Jahrzehnten fester Bestandteil der Truppe: Die Frauen des KKC. © Harry Güssefeld

Kläden – Mit im Gepäck hatte der Stadtchef natürlich auch den Rathausschlüssel, der bis Aschermittwoch in Kläden bleibt. Nach zwei Jahren Corona und den Einschnitten, die diese Zeit mit sich brachte, wollen die Klädener wieder feiern. Und sie hoffen, es dieses Mal ohne Auflagen zu schaffen. Ganz ohne Karneval war die Zeit der Pandemie aber auch nicht: Denn erinnert wird an den karnevalistischen Spaziergang im Februar, der mit so viel Hoffnung verbunden war und gezeigt hatte, dass der Karneval nie untergeht, wie es in einem Lied der Klädener heißt. Nun soll Normalität einziehen. Wie berichtet, wird am Sonnabend, 19. November, der 70. Karneval in Kläden mit einer Jubiläumsveranstaltung gefeiert. Es wird nicht nur ein gewöhnlicher Tanzabend, wie sonst im November. Sondern es wird ein komplettes Programm präsentiert, an dem sich auch Karnevalisten aus anderen Hochburgen erfreuen können. Die drei tollen Tage sind auch bereits festgelegt: von Freitag, 10., bis Sonntag, 12. Februar, geht es in Kläden rund. Wobei der Sonntag traditionell den Kindern vorbehalten ist. Die Vorbereitungen für alle aktuellen Termine laufen auf Hochtouren. Es wird getanzt, es wird gebastelt und es wird gesungen. „Der närrische Chor hat seine erste Probe bereits hinter sich“, verriet KKC-Chef Hagen Schünke vorab. Seit gestern gehen die Uhren in Kläden und Kraatz anders. Nichts ist wichtiger als der Karneval. Man hat bewiesen, dass sogar in schlechten Zeiten und Jahren, in denen alles den Bach runterzugehen drohte, an der Idee der Begründer dieses Events festgehalten wurde. Die Hoffnung besteht, dass bis Februar nicht wieder alles gekippt wird und die Narren auf die Straße ausweichen müssen. Zweifel daran gab es gestern bei der Auftaktveranstaltung nicht – Karnevalisten sind eben geborene Optimisten.

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