Fläche gehört der Stadt

Illegale Deponie mitten in Lohne: Es wird weiter Müll abgeladen

Küchengroßgeräte liegen am Hang der illegalen Mülldeponie in Lohne. Ein Zaun gibt es in diesem Bereich nicht mehr.
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Küchengroßgeräte liegen am Hang der illegalen Mülldeponie in Lohne. Ein Zaun gibt es in diesem Bereich nicht mehr.

Lohne – Einige Jahre war es ruhig um die illegale Mülldeponie in Lohne. Nun wurde sie wieder zum Thema gemacht.

Während der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Kleinau hatte Ratsmitglied René Schackert erklärt, dass es an der Heerstraße in Lohne eine eingezäunte Mülldeponie gebe – aber im hinteren Teil sei die Umzäunung defekt, sodass einige Bürger die Deponie weiterhin nutzten.

Vor drei Jahren hatte eine Bürgerin aus Lohne die Diskussion um die Mülldeponie in Lohne angefacht. Sie hatte der AZ erzählt, dass sie mit der Situation nicht mehr leben könne, dass Müll in die Grube geschüttet werde. Bei näherem Betrachten wurde es dann auch deutlich: Alles gelang in die wilde Deponie. Bauschutt, Hausabfälle, Möbel, Dachteile. Und was nicht am Hang hängen bleib, das rollte in einen kleinen Teich auf der Sohle der Grube.

Die AZ versuchte, Licht ins Dunkel zu bringen. Der damalige Ortsbürgermeister Hans-Georg Kempcke und andere Mandatsträger aus der einstigen ehemaligen Gemeinde Kleinau hielten sich bedeckt. In der Verwaltung hieß es, man habe einst einen Zaun darum gezogen – und erneuerte dann diese Zaunanlage wieder. Wem die Grube gehört, blieb offen – bis die AZ beim Kreis nachfragte. Dort wurde die Stadt als Eigentümerin benannt. Befürchtungen, von der Grube gehe eine Gefahr für das Grundwasser aus, wurden in Salzwedel nicht geteilt.

Außer einem Zaun, den Arendsee errichten ließ, passierte nichts. Es schien auch Ruhe einzukehren, denn auf der Seite der Grube, auf der mit Hängern an den Hang gefahren wurde, passierte nichts mehr. Bis zur Ortschaftsratssitzung. Gestern traf sich Neu-Ortsbürgermeister Sven Schottenhamel mit der AZ vor Ort. Der Ortschef zeigte sich nicht zufrieden mit der Situation. „Auch wenn angeblich von hier keine Gefahr für die Umwelt ausgeht, die Grube selbst ist eine Katastrophe“, sagte er. Und er wolle sich in der Verwaltung sehr wohl dafür einsetzen, dass etwas passiere. Vor allem die Zaunanlage, die Absperrung, müsse erneuert werden. Gleichzeitig sei ihm aber bewusst, welche Mühen das kosten werde, denn aus Arendsee kämen immer nur Aussagen wie „Kein Geld“ oder „Keine Kapazitäten“. „Wir auf den Dörfern haben die Einheitsgemeinde nicht geschaffen, wir sind dafür nicht verantwortlich“, so Schottenhamel. Wenn die Strukturen nicht passten, müssten sie verändert werden. Man müsse sich darüber Gedanken machen, dass auch Aufgaben wieder erfüllt und nicht ständig abgelehnt würden, weil das Geld fehle.

Am Rande der Grube liegen alte Waschmaschinen und Kühlschränke. Die Grube ist frei zugänglich, und somit bildet sie eine Gefahr für spielende Kinder, auch wenn man sie sensibilisieren müsse, den Platz zu meiden.

Schottenhamel nimmt den Hinweis aus der Ratssitzung ernst. Die illegale Mülldeponie könne so nicht bleiben, sagte er gestern.

VON HARRY GÜSSEFELD

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