Dagmar und Heinz Kaesler leiden unter dem maroden Gollensdorfer Postweg

Ein See vor ihrem Zuhause

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Vor dem Zuhause des Ehepaares am Gollensdorfer Postweg befinden sich ein See und viele Schlaglöcher. Für die Bewohner und Versorger jeglicher Art eine Zumutung. 

Arendsee. Wer im Tannenhorn am Gollensdorfer Postweg wohnt, lebt idyllisch. Auf den ersten Blick mag das stimmen, aber um an ihren Wohnsitz zu gelangen, müssen die Bewohner so manche Hürde nehmen. Gemeint sind die Schäden an der Zufahrt von der Lindenstraße aus.

Vor allem die älteren Arendseer, die dort wohnen, haben ihre Probleme. Zu ihnen gehören Dagmar und Heinz Kaesler. Beide sind gesundheitlich angeschlagen. Die 75-jährige Ehefrau leidet an den Folgen eines Schlaganfalls, der 85-jährige Ehemann an den Folgen eines Oberschenkelhalsbruchs. Sie genießen dennoch ihren Ruhestand – wenn da nicht dieser Weg wäre.

Heinz und Dagmar Kaesler sind gesundheitlich schwer eingeschränkt.

Unterstützung bekamen sie bereits von ärztlicher Seite. Dr. Frank Größl aus Stendal hatte in einem Schreiben vom 2. November an die Stadt Arendsee gefordert, den unsäglichen Zustand der Zufahrt zu beseitigen. Er appellierte im Interesse seiner Patientin daran, gemeinsam mit dem Forstwirtschaftsbetrieb eine Lösung zu finden – denn dieser sei maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Weg so schlecht sei. Denn schwere Holztransporte würden über die teilweise unbefestigte Straße abgewickelt.

Nicht nur für die Bewohner selbst sei die Sache nicht hinnehmbar – auch Vertreter der Sozialpflege, des Krankentransportes, der Arbeitstherapie und der Physiotherapie seien von dem Zustand des Weges betroffen. „Auch möglicherweise der Notarzt, der allein schon Probleme hat, weil das Straßenschild fehlt“, sagt Dagmar Kaesler.

Die beiden Eheleute erinnern sich noch gut an die Besuche der Stadtvertreter zu ihren runden Geburtstagen. „Wir haben es ihnen erzählt, aber passiert ist nichts“, so die 75-Jährige. Die AZ fragte gestern im Rathaus nach. Den Eingang des Briefes bestätigte Bürgermeister Norman Klebe der AZ. Man kenne auch den Zustand des Weges. Doch konkrete Maßnahmen seien aktuell nicht vorgesehen.

So wird sich das Ehepaar Kaesler weiter mit ihrem Auto, dem Rollator oder den Gehhilfen durch die Löcher des Zufahrtsweges kämpfen müssen. „Es ist nicht schön, wenn man ständig als Bittsteller auftritt“, so Heinz Kaesler. Und er erinnert sich mit seiner Frau an eine gute Tat, die sie für die Stadt getan haben. Dagmar Kaesler hatte damals als Bedienstete bei der Bahn für die Slip-Anlage der Queen gesorgt, wie sich beide erinnern. „Nun haben wir einen Wunsch“, sagten sie der AZ. Und sei es nur Mineralgemisch, das die Löcher verschließt. Sie hoffen, dass ihr Wunsch im Rathaus Gehör findet. Mit ihnen hoffen die anderen Bewohner.

Von Harry Güssefeld

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