Arendseer Bauausschuss schiebt einst wichtige Vorhaben auf die lange Bank

Ideen, aber kein Geld

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Der Plan war schon in der Versenkung verschwunden – er zeigt aber, dass insgesamt 15 Holzhäuser auf dem Gelände des örtlichen Ferienlagers entstehen sollten. Außer dieser Zeichnung gab es aber keine weiteren Initiativen. 

Arendsee. Es war der Wunsch des Wirtschaftsausschussvorsitzenden Jens Reichardt, drei wichtige Vorhaben für Arendsee noch einmal im Bauausschuss zu diskutieren. Der Punkt wurde aufgerufen – aber, vorweggenommen, wegen chronischer Geldknappheit ad acta gelegt.

Es ging um die Diskussion eines Bebauungsplanes für das Strandbad, für das örtliche Ferienlager und das Gelände rund um die „Queen“-Anlegestelle mit Buswendeschleife und Haltestelle. Für das Strandbad waren einst 6000 Euro Planungskosten vorgesehen, für das Ferienlager 8000 Euro und für die „Queen“-Problematik 25 000 Euro.

Nach Bekanntwerden dieser Zahlen wollte Stadtrat Hartmut Baier die Thematik von der Tagesordnung nehmen. „Was soll das? Wir haben doch sowieso kein Geld“, so der Mechauer. Man könne drüber sprechen, aber es werde keine Lösung geben.

Jens Reichardt hatte gebeten, diese Vorhaben nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Doch inzwischen, so machte auch Bürgermeister und Bauausschussvorsitzender Norman Klebe klar, habe sich vieles schon überlebt.

Allein beim Strandbad könne man auf private Investoren hoffen, die dann auch die Planungskosten übernehmen. „Der Caravanstellplatz sollte im hinteren Bereich gebaut werden“, so Klebe. Generell werde die Stadt das Vorhaben nicht weiter verfolgen. Sollte es weiterhin Interessenten geben, werde man mit ihnen das Gespräch suchen, so hieß es in der Sitzung.

Die Luftkurort-Arendsee-GmbH hatte sich lange Zeit für Blockhäuser auf dem ehemaligen Gelände des örtlichen Ferienlagers stark gemacht. Es sollte Geld in die Kassen der GmbH bringen. Doch es kam alles anders. Das Jugendfilmcamp nutzt das Areal und wird auch die kommenden Jahre dort bleiben. „Damit hat sich auch diese Idee überholt“, so Norman Klebe.

Die Situation rund um die „Queen“-Anlegestelle ist seit Jahren ein Problem. Und ist es heute noch. Busse werden beim Wenden zu Verkehrshindernissen oder fahren in die Zufahrt zur „Queen“, ungeachtet aller Hinweisschilder. Dadurch werden auch Urlauber behindert oder gar gefährdet, hieß es einst vom Bauamtsleiter Gert Reckling, der das Projekt unterstützte. Reckling ist im Ruhestand, und Jens Reichardt wird auch das dritte Vorhaben, für das er sich eingesetzt hat, nicht realisiert sehen. Das Geld fehlt. „Wir brauchen viel Geld für die Sanierung der ,Queen’, wir müssen uns auf wichtige Dinge konzentrieren“, so Klebe.

Damit sind touristische Vorhaben, die einst so hochgepriesen und gewollt waren, hinfällig. Eine Arbeitsgruppe hatte damals diese Ideen entwickelt. Das Resümee: Die Stadt spart Geld, das sie gar nicht hat. Es gehe darum, das zu sichern, was da ist. Mehr sei aktuell nicht drin, hieß es.

Von Harry Güssefeld

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