Linke sprach mit Arendsees Bürgermeister Norman Klebe über die medizinische Versorgung

Die Idee: Kommunale Polikliniken mit angestellten Ärzten

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Sprachen gestern in Arendsee über die vakanten Stellen von Hausärzten in der Altmark: Wulf Gallert (v.l.), Andreas Höppner, Hans-Jörg Krause, Norman Klebe und Dr. Ilja Karl. Ohne gesetzliche Änderungen lasse sich das Problem nicht lösen, waren sich die Gesprächspartner einig.

Arendsee. In der Altmark gibt es zwar immer weniger Einwohner, aber immer mehr Menschen, die immer öfter einen Arzt brauchen. Das war gestern die Ausgangslage für eine Diskussionsrunde, zu der die Linke eingeladen hatte.

Die Gesprächspartner: Die Landtagsabgeordneten Hans-Jörg Krause und Wulf Gallert, des Weiteren der Landratskandidat im Altmarkkreis Salzwedel, Andreas Höppner, und Hausarzt Dr. Ilja Karl, gleichzeitig Ärztlicher Leiter des Rettungsdienstes. Eingeladen war auch Arendsees Bürgermeister Norman Klebe.

Dass die Situation um die Hausärzte dramatisch ist, damit hielten sich die Teilnehmer nicht lange auf. Es ging um mögliche Wege, die Situation zumindest zu entschärfen. Fest steht: Trotz einer Zahlung von derzeit rund 60 000 Euro für einen Arzt, der sich niederlassen möchte, kommt kaum jemand auf das Land. Dr. Ilja Karl machte auf einen Umstand aufmerksam: Immer mehr Absolventen wollen nicht ihre eigene niedergelassene Praxis führen. „Man will nicht mehr Unternehmer, sondern Arzt sein“, erklärte er. Zwangsweise folge dann die Überlegung, ein angestellter Arzt zu sein. „Und nun sind die Kommunen gefragt“, sagte Dr. Karl. Unterstützung bekam er von Wulf Gallert. Kommunen sollten in die Lage versetzt werden, Gebäude zur Verfügung zu stellen. „Denkbar ist, dass die Kommune Träger wird. Von zwei oder drei Arztpraxen in einer Art Poliklinik“, schlug Gallert vor.

Klebe wandte ein, das Kommunalverfassungsgesetz lasse so etwas nicht zu. Außerdem sei der finanzielle Spielraum nicht gegeben, auch dann nicht, wenn nur ein Gebäude unterhalten werde müsse.

Von Harry Güssefeld

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