Arendsee: Ortswehrleiter Robert Katke tritt bei der Neuwahl wieder an

„Ich mach weiter, wenn mein Team mich wählt“

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Es waren die Seehäuser Kameraden um Ralf Näbsch (r.), die den Arendseern immer Mut gemacht hatten, ein neues Gerätehaus zu bauen. Robert Katke als Ortswehrleiter und seine Mitstreiter erlebten die Umsetzung – und möchten aber noch mehr.

Arendsee. Fast gelassen sieht Arendsees Ortswehrleiter Robert Katke der Neuwahl am 2. März entgegen: Dann wollen die Kameraden und Kameradinnen der Seestadt-wehr einen neuen Ortswehrleiter wählen. „Ja, der Termin ist bekannt. Was soll ich sagen.

Ich habe diesen Job und könnte mir auch vorstellen, ihn weiter auszuüben“, erklärte der Arendseer der AZ. Robert Katke wird kandidieren, bis gestern gab es noch keinen weiteren Kandidaten.

Doch wichtiger als die Personalfrage ist dem Feuerwehrmann, dass die Arendseer Ortswehr schlagkräftig bleibt. „Ich würde weiterhin die Verantwortung übernehmen, wenn die Männer und Frauen mich wollen“, sagte er. Dass die Zeiten nicht rosiger werden, wenn es um die Feuerwehr geht, ist ihm bewusst. „Noch haben wir einen Stamm, auf den wir uns fest verlassen können. Wir haben hier Freiwillige in Arendsee, die zur Wehr stehen und immer da sind, wenn es ihnen möglich ist“, so Katke. Denn man müsse in heutiger Zeit auch Abstriche machen. Viele Einsatzkräfte sind am Tage auswärts tätig. Oder gar die ganze Woche. Es gehört schon eine Menge Können dazu, die Dienstpläne so zu gestalten, dass die Leute im Ernstfall auch da sind. Dass die Fahrzeuge besetzt sind, dass die Gruppen die notwendige Stärke haben. „Wir sind eine große Familie. Die alten Hasen sind Gott sei Dank noch dabei, und auch viele Junge halten die Stange“, so Katke. Doch der Blick in die Zukunft lässt einige Bedenken aufkommen. „Ich würde mich freuen, wenn weitere Leute zu uns stoßen, wenn die Einsicht wächst, dass die Feuerwehr eine Einrichtung ist, die jeder einmal braucht“, so der Ortswehrleiter. Von Zwangsverpflichtungen der Bevölkerung zum Dienst halte er nichts. Doch mögliche Anreize würde Robert Katke nicht ablehnen. „Ich denke an Rentenpunkte in Abhängigkeit von der Wehrzugehörigkeit, das wäre eine gute Sache und würde, so denke ich, auch Leute in die Wehr bringen“, meint der Arendseer. Neben mehr Leuten wünscht sich Katke eine Drehleiter und den weiteren Ausbau des Gerätehauses.

Robert Katke sieht sich in seinen Gedanken nicht weit entfernt von seinen Kollegen in den Ortsteilen. Das Land schlägt inzwischen Alarm. 31 000 Feuerwehrleute gibt es aktuell, jedes Jahr verlieren die Wehren rund 1000. Es soll eine Initiative gestartet werden, um Nachwuchs für die Wehren zu gewinnen. „Solange wir Freiwilligen den Dienst tun, solange wird uns dieses Problem in einer Region, in der die Menschen weniger werden, beschäftigen. Weniger Menschen, aber bleibende oder gar wachsende Aufgaben. Da müssen unbedingt Lösungen her“, so Katke.

Von Harry Güssefeld

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