Jörg Dell-Missier will erneut vor Gericht gegen den Altmarkkreis ziehen

Hürden beim Hausbau: „Wir werden uns dagegen wehren“

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Jörg Dell-Missier will in Arendsee ein Haus bauen. Doch der Kreis verbietet es ihm. Aus Gründen, die seiner Ansicht nach nicht mehr greifen. Die Satzung, die alles ändern könnte, hält er in den Händen.

Arendsee – Als Vilja Hanke und ihr Freund Jörg Dell-Missier im Juni vor dem Verwaltungsgericht Magdeburg versucht hatten, ihr Recht zu erlangen, hatten sie keine Chance. Auch wenn nach Angaben von Jörg Dell-Missier die Richterin immer wieder versuchte, „goldene Brücken“ zu bauen, waren die Vertreter des Altmarkkreises knallhart.

Es ging und geht um den Wunsch des Mannes aus Schleswig-Holstein, auf dem Grundstück seiner Freundin am Wendlandweg ein Haus zu bauen.

Die Argumente dagegen: Außenbereich, keine Erschließung möglich, Emissionsprobleme hinsichtlich der Nähe einer Autowerkstatt und eines Lokals. „Das Problem mit dem Innen- und Außenbereich ist ja nun mit der Satzung von 1990 vom Tisch“, sagt der Bauwillige. Die Satzung, die unter anderem den Innen- und Außenbereich von Arendsee und seinen damaligen Ortsteilen Genzien / Gestien definierte, war kurze Zeit später von der Bezirksverwaltungsbehörde – Ressort Bau- und Wohnungswirtschaft – in Magdeburg genehmigt worden.

Dass diese Satzung vom Altmarkkreis nun ignoriert wird, könne er nicht verstehen. „Wenn diese Satzung während des Gerichtstermines wegen der Ablehnung der Bauvoranfrage für mein Haus bekannt gewesen wäre, wäre der Termin anders ausgegangen“, glaubt Dell-Missier. Und wird nun gegen den Kreis wegen Prozessbetrugs zu Felde ziehen.

Er erinnerte sich gestern daran, dass die Stadt Arendsee und ihre Gremien das Vorhaben einst unterstützt hatten. „Es gab da auch die Beteiligung Träger öffentlicher Belange, die fast alle den Bau erlaubt hatten – nur der Altmarkkreis nicht“, erfuhr die AZ. Die Unterstützung seitens der Stadt gibt es nun nicht – aber die Tatsache, dass die Satzung aus 1990 seit 2017 wieder das Licht der Welt erblickt, lässt dem potenziellen Häuslebauer die Hoffnung, dass er doch noch bauen darf. „Es soll ein Haus werden, das uns rund 350.000 Euro kostet“, so Dell-Missier.

Einige Kosten sind bereits aufgelaufen. Auch über diese wird, sollte er Recht bekommen, noch zu sprechen sein, kündigte er an. Weshalb diese Satzung so viel Sprengkraft besitzt, ist klar: Alle die im Innenbereich bauen wollen, könnten vom Kreis nicht so reglementiert werden, wie es derzeit Praxis ist, sagt Dell-Missier.

Das Argument, der Kreis sei einst an der Erarbeitung der Satzung nicht beteiligt gewesen, wie er der Stadt Arendsee mitteilte, erklärt sich schnell: Damals gehörte Arendsee noch zu Osterburg.

VON HARRY GÜSSEFELD

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