Vilja Diana Hanke aus Arendsee wehrt sich gegen mögliches Ordnungsgeld von bis zu 500.000 Euro

Ein Holzhaus erregt die Gemüter

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Vilja Diana Hanke und ihr Lebenspartner Jörg Dell-Missier vor ihrem Gartenhaus an der Seepromenade in Arendsee. Es handele sich dort am See um einen rechtsfreien Raum, hieß es.

Arendsee. „Wir haben ein Grundstück am See und wollen ein Gartenhaus darauf. Doch angesichts der Streitereien um den Status der Flächen zwischen Kreis und Stadt haben wir nun eines gebaut“, erzählte gestern Vilja Diana Hanke. Und zeigte auf ihr kleines Gartenhaus.

Das Problem: Sie hat niemanden gefragt. Gekauft und aufgebaut.

„Wen soll ich denn fragen?“, hieß es gestern seitens der Arendseerin. Der Altmarkkreis besteht auf der Meinung, dass es sich um einen Außenbereich handelt – und ohne einen Bebauungsplan „sowieso nichts genehmigt wird“. Aber da gebe es ja noch die Meinung der Stadt, die einen Flächennutzungsplan von 1993 aus dem Hut zauberte – und demnach der Bereich zum Innenbereich der Stadt gehört. Also außerhalb des Einflussbereiches des Landkreises.

Doch das ist alles Theorie. Das kleine Gartenhaus zwischen Promenade und Seeufer steht, und keiner hat es genehmigt. Vilja Diana Hanke hatte nach einem Gespräch mit Mitarbeitern der Arendseer Verwaltung erfahren, dass – egal wie sich das Problem löst – alles geheilt werde. „Am liebsten wäre mir, dass der Bürgermeister sich durchsetzt und das Seeufer unterhalb der Stadt zum Innenbereich werden lässt“, hieß es.

Doch das scheint angesichts der Diskrepanzen zwischen Stadt und Kreis eher unwahrscheinlich. Der Altmarkkreis hatte schon im November während einer Infoveranstaltung im „Deutschen Haus“ darauf verwiesen, dass alles wieder seinen rechten Gang laufen würde, wenn für das Areal ein Bebauungsplan erarbeitet werden würde. Und darauf könnte es hinauslaufen. Der Kreis hat Bürgermeister Norman Klebe ans Herz gelegt, die Erarbeitung eines Bebauungsplanes voranzutreiben. Knackpunkt sind die Kosten: Zwischen 30.000 und 50.000 Euro könnte dieser kosten – bezahlen sollen es die rund 90 Parzellennutzer. Vilja Diana Hanke erklärte gestern, sich an den Kosten zu beteiligen. Sie sieht aber auch das Problem, alle Betroffenen unter einen Hut zu bekommen.

Unterdessen schafft der Altmarkkreis Tatsachen. Dezernatsleiter Hans Thiele verfasste ein Schreiben an die Bauherrin, das es in sich hat. Von einer Ordnungswidrigkeit ist darin die Rede. Und die könne mit einer Geldbuße von bis zu 500.000 Euro (rund eine Million DM) geahndet werden. Das Haus sei ein genehmigungsbedürftiges Vorhaben. Der Kreis lässt keinen Zweifel zu: Das Grundstück befinde sich im Außenbereich, die baulichen Anlagen seien somit nicht genehmigungsfähig.

Vilja Diana Hanke hat bereits geantwortet. Sie reagiert in heftiger Manier auf die Reaktion aus dem Landratsamt. Sie bezichtigt die Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung, sich illegal auf ihrem Grundstück aufgehalten zu haben. Dass auch der Zaun, den die Arendseerin gezogen hat, zum Gegenstand der Vorwürfe aus Salzwedel geworden ist, bringt das Fass zum Überlaufen. „Die Androhungen und die Willkür, die nur gegen mich offenbart wird, werde ich exemplarisch verfolgen“, schrieb Vilja Diana Hanke.

Während die Bürger durch den Altmarkkreis drangsaliert würden, habe dieser Altmarrkreis illegale Baumaßnahmen in der Schweinemastanlage in Binde nachträglich genehmigt. Die Arendseerin spricht von Willkür, „die wie in Binde zum Himmel stinke.“

Von Harry Güssefeld

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