Nutzung war Montag Thema

Höwisch: Streit um die Schlüssel für das Dorfgemeinschaftshaus

+
Das Dorfgemeinschaftshaus in Höwisch. Die Schlüsselfrage sorgte am Montagabend für Unruhe und Streit.

Höwisch – Das neue Gremium des Ortschaftsrates in Höwisch hat es nicht einfach. Untereinander auch nicht – das zeigte sich am Montagabend während der öffentlichen Sitzung. Da ging es unter anderem um das Dorfgemeinschaftshaus.

Und dabei insbesondere um die Schlüsselgewalt. Dass am Ende beschlossen wurde, dass allein der Bürgermeister Frank Schumann und sein Stellvertreter Peter Nilson einen Schlüssel besitzen und ihn auf Bedarf herausgeben, sorgte nicht nur für Freude.

Denn Ortschaftsrat Thomas Schermer, Ex-Ortsbürgermeister, kritisierte massiv, dass unter anderem die Feuerwehr keinen Schlüssel mehr besitzen soll. Schermer befürchtet, dass damit im Dorf noch mehr auseinanderbreche als es schon geschehen sei – er brachte plötzlich den Rücktritt von Ortswehrleiter Stephan Moritz ins Gespräch. Doch auf Nachfrage der AZ habe Moritz sein Amt nicht wegen Querelen, sondern aus privaten Gründen niedergelegt – so jedenfalls Frank Schumann gestern.

In Zukunft werden also niemand weiter als Schumann und Nilson über die Vergabe der Schlüssel entscheiden. Nilson erklärte dazu, dass man sehr wohl wissen wolle, wer den Raum nutzt. Auch den Hinweis Schermers, dass auch der Gemeindearbeiter einen Schlüssel benötige, gab es zur Antwort: „Ich weiß nicht, warum er einen haben sollte.“ Auch die Verantwortliche für die Seniorenrunden, Sabine Rippl, selbst Ortschaftsrätin, hat nun keinen Schlüssel mehr.

Wer den Raum privat nutzt, sollte das mindestens zehn Tage vorher bei den beiden Schlüsselverwaltern erklären, auch um den Nutzungsvertrag abzuschließen. „Um zu dokumentieren, was hier in dem Raum passiert, werden wir in Zukunft einen Aktenordner führen, in dem das nachzuverfolgen ist“, so Frank Schumann. Immer wieder sei es notwendig, gegenüber der Verwaltung nachzuweisen, inwieweit der Raum im Gemeindehaus genutzt wird. „Das können wir nur, wenn wir das lückenlos dokumentieren“, so der Ortsbürgermeister.

Während der Diskussion ging es auch um Teile des Mobiliars, die verschlossen sind. Die beanspruche die Feuerwehr, um zu verhindern, dass Feiergäste in fortgeschrittenem Feierstatus nicht unberechtigt an die Unterlagen der Wehr gehen. Denn die Wehr nutze den Raum auch – unter anderem ist das an der Fülle der Pokale auf dem Schrank sichtbar. Doch wie beschlossen: Allein zwei besitzen einen Schlüssel. Punkt. Nutzungsberechtigt sind natürlich neben der Wehr auch Vereine und Gruppen wie die Senioren, der Heimatverein. Diese können unentgeltlich die Räume nutzen.

Dass die Feuerwehr keinen Schlüssel mehr besitzt, machte Thomas Schermer leicht wütend. Er stimmte auch gegen die neue Ordnung, die sich der Rat geschaffen hatte. Konzentration der Schlüssel in zwei Händen – gegen die bisherige Praxis, fünf Schlüssel im Umlauf zu haben. Der neue Rat will es so. Inwieweit das durchzusetzen ist, wird sich zeigen.

VON HARRY GÜSSEFELD

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare