BUND will Braunkehlchen und Neuntöter mit Dornen in die Region locken

Hinter einem Drahtzaun wächst ein Vogelparadies

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Dieter Leupold vor dem Zaun an der Landesgrenze zwischen Schrampe und Schmarsau, der den Dornenbüschen genug Schutz geben soll, um sich zu entwickeln. In den Pflanzen finden dann seltene Vögel wie das Braunkelchen genügend Obhut, um sich zu vermehren.

Schrampe / Schmarsau. An der einstigen innerdeutschen Grenze wurde ein Zaun gezogen. Allerdings soll dieser Wild und keine Menschen abschrecken.

Denn der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat direkt an der Landesstraße zwischen Schrampe und Schmarsau Grundlagen für ein neues Biotop geschaffen. Genauer gesagt Pflanzen. Büsche mit Dornen wie Pfaffenhütchen sowie Weißdorn sollen gedeihen. Und zwar ohne dabei von Wild aufgefressen zu werden. Sind die Büsche groß genug, wird der Zaun wieder abgebaut.

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Zunächst musste aber unweit des einstigen Grenzübergangs die Säge angesetzt werden. „In den vergangenen Jahren breiteten sich Bäume wie Birken aus“, unterstrich Dieter Leupold, Projektkoordinator beim BUND. Doch dies schreckt seltene Vögel wie das Braunkehlchen eher ab. Genau für diese Art wurden die Umweltschützer nun aktiv. Die Dornenbüsche bieten den passenden Schutz, damit sich die Tiere nicht nur wohlfühlen sondern auch vermehren. Der Neuntöter, der für diese Region ebenfalls auf der Artenwunschliste des BUND steht, nutzt die Dornen noch für einen anderen Zweck. Er sammelt seine Nahrung, wie Käfer, und spießt sie dann darauf auf.

Im Bereich der insgesamt einen Kilometer langen Fläche, die sich auf beiden Straßenseiten erstreckt, wurden auch Bäume stehen gelassen. Diese dienen sozusagen als natürliche Inseln. Die Arbeiten am künftigen Biotop wurden abgeschlossen. Das Projekt, das vom Bundesprogramm „Biologische Vielfalt“ finanziell gefördert wird, kann also nun beginnen. „Wir werden ganz genau beobachten, was sich auf der Fläche tut“, blickt Dieter Leupold in die Zukunft. Dies gilt nicht nur für die Vogelwelt. Auch der Fischotter könnte sich im Biotop niederlassen. Wenn dies der Fall ist, wird wohl ein weiteres kleineres Bauprojekt nötig. Denn dann müsste unterhalb der Straße ein Durchlass zu den anderen Gräben der Umgebung geschaffen werden.

Von Christian Ziems

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