Facebook-Gruppe wird von Arendseer Einrichtung unterstützt

Hilfe vor Ort: Touristinfo als Sammelstelle

Hannelore Dempe-Adam (v.l.), ihre Enkelin, die Spenden-Initiatorin Dominique Benecke, und Janin Stopka von der Touristinfo Arendsee begutachteten gestern die ersten Dinge, die im „Haus des Gastes“ abgegeben wurden. Foto: Güssefeld

Arendsee / Salzwedel. Die Facebook-Gruppe nennt sich „Sachspenden für die Flutopfer 2013“ und hat inzwischen so viel Resonanz, dass es einer logistischen Leistung bedarf, alles zu koordinieren.

Dominique Benecke aus Salzwedel hatte sich zu Beginn der Aktion als Administrator einsetzen lassen und ist seitdem täglich von 6 bis 23 Uhr mit Menschen über Facebook, aber auch per Handy, in Kontakt. „Es konnten inzwischen Hilfen von uns koordiniert werden, beispielsweise wurde eine fast komplette Wohnungseinrichtung in Rüsselsheim aufgespürt, die nun in Magdeburg zwischengelagert wird, um nach dem Abfluss des Wassers nach Fischbeck gebracht zu werden“, sagte die engagierte Salzwedelerin.

„Ich habe mir nicht im Traum gedacht, dass solch eine Welle der Hilfsbereitschaft angeschoben wird“, erklärte Dominique Benecke im „Haus des Gastes“ in Arendsee. Die Touristinformation hatte sich auf Anfrage der Salzwedelerin bereit erklärt, als Sammelstelle zu fungieren. Dafür wurde die Hälfte des großen Veranstaltungsraumes als Sammelraum umfunktioniert. Janin Stopka von der Touristinfo sorgt dafür, dass alles geordnet abläuft. „Die ankommenden Spenden werden gleich grob sortiert“, sagte sie. Was wird gebraucht? „Wir sammeln all das, was eine Familie benötigt, die alles verloren hat“, so die Initiatorin. Das beginnt bei Kleidung und endet bei Dingen für die Sanierung der stark in Mitleidenschaft gezogenen Räume. „Tapeten, Kleister, Werkzeug und Spielsachen für die Kinder sind derzeit sehr wichtig“, fährt sie fort.

Die Touristinfo nimmt seit gestern Spenden an. „Ja, auch Plüschtiere sind wichtig“, sagt Hannelore Dempe-Adam, die Großmutter der Salzwedelerin. Sie unterstützt ihre Enkelin wo sie kann, betreut auch das Urenkelkind, wenn die Situation es nötig macht.

Inzwischen sind weitere Sammelstellen aufgemacht worden – so in Lüchow im ehemaligen Repo-Markt und auch bei der Fahrschule Kuba in Salzwedel. „Die Leute sollten aber bei größeren Spenden dringend in der Facebook-Gruppe darüber informieren, denn noch fehlt es uns an Transportkapazitäten“, hieß es gestern. Auch in Wustrow gibt es bereits Bemühungen, eine Sammelstelle aufzumachen. Gespendet werden sollten Dinge, die keinen Sperrmüllstatus haben.

Wenn das Wasser beispielsweise im Elbe-Havel-Gebiet wieder abgeflossen ist, wird der gesamte Bedarf erst sichtbar. „Wir wollen den Menschen dann mit unseren Spenden zu Seite stehen“, sagt Dominique Benecke.

Die Touristinfo in Arendsee nimmt montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr Spenden an, sonnabends nach Absprache – Tel. (039 384) 27 164.

Von Harry Güssefeld

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